The Hobbit: An Unexpected Journey

Auf diesen Film haben die Fans aus Mittelerde sehnsüchtig gewartet. – Es gibt kein Vorbeikommen an diesem Eventmovie. Regisseur Peter Jackson eröffnet seine Geschichte über den Halbling Bilbo Beutlin mit dem Besuch des Zauberers Gandalf und der 13 Zwerge. Ganz nach den Grundgesetzen des epischen Erzählkinos lässt er sich damit reichlich Zeit. Dabei geht es lediglich um die Vorgeschichte zum gewaltigen Opus «Der Herr der Ringe», doch die Hollywood-Studios haben Grosses vor: Das Abenteuer von Bilbo wird auf drei Teile ausgeweitet, sodass wir nun im Jahresrhythmus eine «mythologische Wurzelbehandlung im Kino» machen können.

Nach dem Aufbruch aus dem Auenland nimmt der Film Fahrt auf und erfüllt alle Erwartungen im Überfluss: Während Gandalf und die Zwerge gegen Kobolde und Orks kämpfen, trifft der Hobbit Bilbo auf die Schattengestalt Gollum, dem er den Ring der Macht abluchsen wird. Die eigentlichen Stars sind dabei nicht die Darsteller, sondern die visuellen Effekte. Es ist kaum zufällig, dass der digital aufbereitete Höhlenbewohner Gollum erneut allen die Show stiehlt. Das Fantasy-Genre lebt heute von den Möglichkeiten der digital hergestellten Bilder und Spezialeffekte. Sie sind die eigentliche Wundermaschine unserer Zeit, die eine begrenzte Rückkehr in die Welt der Mythen und Sagen erlaubt: als hyperrealistisches Erlebnis und mit einer archaisch-religiösen Aura versehen.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.marig@kath.ch

Kinostart: 12. Dezember 2012

«The Hobbit: An Unexpected Journey», USA 2012, Regie: Peter Jackson, Besetzung: Martin Freeman, Ian McKellan, Cate Blanchett, Richard Armitage; Verleih: Warner Bros. Pictures. Distributor of 20th Century Fox Film, Internet: http://www.warnerbros.ch, Filmwebsite: http://www.thehobbit.com

SF Sternstunde: Religion auf der Leinwand – Zwischen Faszination und Skepsis. Ein Gespräch mit Charles Martig über «The Hobbit», 9.12.2012