Woody Allen – A Documentary

Der wohl bekannteste amerikanische Independent-Regisseur hat es stets abgelehnt, dass über ihn ein Dokumentarfilm gedreht wird. Woody Allen war der Überzeugung, dass sich ein solches Projekt nicht lohnt. Nun ist es Robert Weide gelungen, mehrere Interviews zu führen und ihn beim Filmen zu begleiten. Entstanden ist ein intimes Porträt des Komikers und Regisseurs, wobei auch kritische Aspekte nicht ausgelassen werden: das Scheitern in seinen Anfängen als Komiker oder seine zerbrochenen Beziehungen zu Diane Keaton und Mia Farrow. Übrig bleiben magische Momente des Kinos, wenn Woody Allen Szenen aus «Manhattan» (1979) oder «Hannah and Her Sisters» (1986) kommentiert. Oder seine Auffassung vom Filmemachen zum Besten gibt. Allen produziert jährlich einen Film und hofft dabei, dass ab und zu auch ein guter darunter zu finden ist. Die Zuschauer danken ihm diese Produktivität bis ins hohe Alter: «Midnight in Paris» (2011) ist einer seiner erfolgreichsten. Für das Drehbuch gewann er einen Oskar und einen Golden Globe.

Dieser Dokumentarfilm ist mehr als eine gut montierte Lebensgeschichte: Es spiegeln sich darin 77 Jahre an Kreativität, Selbstbefragung, Krisen und Erfolge. Ein Leben im Kino, mit dem Kino und durch das Kino. Mit grosser Selbstverständlichkeit schreibt Woody Allen weitere Drehbücher auf seiner Schreibmaschine. Die Ideen scheinen ihm nicht auszugehen.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Woody Allen – A Documentary», USA 2011, Regie: Robert B. Weide, Dokumentarfilm mit Woody Allen, Diane Keaton, Martin Scorsese, Penélope Cruz; Verleih: Agora films, http://www.agorafilms.net

Kinostart: 5. Juli 2012

«Woody Allen – A Documentary» ist unser Film des Monats Juli und als pdf abrufbar. Film-des-Monats-Archiv