Abrir puertas y ventanas
Drei Schwestern leben gemeinsam in Buenos Aires im Haus ihrer Grossmutter, die kürzlich verstorben ist. Die Verstorbene hinterlässt eine Leerstelle. Marina, Sofia und Violeta müssen nun ihren eigenen Weg finden und sich neu orientieren. In ihrem Alltag sind die drei jungen Frauen sehr unterschiedlich unterwegs: während Sofia sich um ihr Aussehen kümmert und in den Ausgang geht, bleibt Marina auf ihr Studium und den Haushalt konzentriert. Violeta hingegen wandelt zwischen den verschiedenen Zimmern des Hauses und empfängt gelegentlich einen älteren Mann. So leben die Frauen zusammen und doch aneinander vorbei. Als Violeta eines Morgens ohne Ankündigung abreist, bricht die Hausgemeinschaft auseinander. Ein neuer Zyklus in der Geschwisterbeziehung beginnt.
Mit traumwandlerischer Leichtigkeit gelingt es Milagros Mumenthaler, den zeitlosen Raum zwischen Unschuld und Verantwortung zu inszenieren. Sie hält ihre Charaktere in der Schwebe, umspielt sie sanft, umkreist ihr Geheimnis. Die Abwesenheit der Eltern verweist auf die Wirren der Militärdiktatur in Argentinien, die ihre Schatten auf die nächste Generation werfen. Ein wunderbarer Einsatz von Musik begleitet diese Stimmungsbilder der trauernden jungen Frauen im Übergang in eine neue Lebensphase.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Abrir puertas y ventanas», Schweiz/Argentinien 2011, Regie: Milagros Mumenthaler; Besetzung: María Canale, Martina Juncadella, Ailín Salas; Verleih: Look Now!, http://www.looknow.ch
Kinostart: 10. Mai 2012
