Le Chat du Rabbin

Algier um 1920. Der Kater des Rabbiners ist ziemlich durchtrieben, jedoch sympathisch und sehr diskussionsfreudig. Sprechen kann er, nachdem er den schwatzhaften Papagei des Hauses gefressen hat. Doch damit wird das Leben kompliziert. «Früher als ich noch nicht sprechen konnte, hatte ich nur einfache Träume», überlegt er. «Seit ich sprechen kann, ist alles anders, ich habe Albträume.» Weil der Rabbiner die freigeistigen Gedankengänge des Katers nicht duldet, verbietet er ihm den Umgang mit seiner Tochter. Um wieder in die Nähe seiner Herrin zu dürfen, will dieser ein guter Jude werden, lernen und Bar Mizwa feiern. Zudem begleitet der Kater den Rabbiner und dessen Freund, den Scheich, auf eine abenteuerliche Reise durch Algerien. Gemeinsam suchen sie in der Wüste nach Jerusalem, das eine Stadt des Friedens sein soll.

Bereits mit seinem ersten atypischen Comic-Band «Le Chat du Rabbin» landete der französische Zeichner Joann Sfar einen Grosserfolg. Nun legt er mit seinem Animationsfilm eine konzentrierte Steigerung der bisherigen Geschichten um den Kater des Rabbiners vor. Mit leichter Hand zeichnet Sfar in seinem Film die Freundschaft zwischen Scheich und Rabbi in jener vergangenen Zeit. Mit subversivem Humor gestaltet er die Gedanken des religionskritischen Katers, der in aberwitzigen Debatten die konventionellen Lehren des gutmütigen Rabbiners widerlegt – wobei man ganz nebenbei noch Viel über jüdische Philosophie erfährt.

Brigitta Rotach, Kulturjournalistin
brigitta.rotach@access.uzh.ch

«Le Chat du Rabbin», Frankreich 2010, Regie: Joann Sfar, Animationsfilm; Verleih: Monopol Pathé Films AG, http://www.pathefilms.ch, Filmwebsite: http://www.ugcdistribution.fr/le-chat-du-rabbin

Kinostart: 15. September 2011