Schweizer Film gewinnt Interfilm-Preis

(medientipp) «Silberwald» von Christine Repond wurde am 32. Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken mit dem Interfilm-Preis ausgezeichnet.

Die Schweizer Regisseurin erzählt in ihrem Film vom Erwachsenwerden in einem friedlichen Dorf im Emmental. Drei Jugendliche treffen in einer Phase der Identitätssuche auf eine Gruppe von Neonazis, die in einer abgelegenen Waldhütte feiern. Sie fühlen sich von den provokativen Symbolen und klaren Strukturen angezogen und jeder steht für sich vor einer Entscheidung. «Facettenreich und sensibel zeichnet Christine Repond den Prozess einer Radikalisierung», schreibt die Jury und begründet weiter, dass die Langeweile und die daraus resultierenden Entwicklungen in ruhigen Bildern eine angemessene filmische Form finden.

«Silberwald» wurde in Saarbrücken uraufgeführt und lief im Wettbewerb für lange Spielfilme. Der Preis der internationalen kirchlichen Filmorganisation Interfilm ist mit 2000 Euro datiert und wurde vom Spenderkreis der Evangelischen Kirchgemeinde Saarbrücken-Schafbrücke zur Verfügung gestellt. Die Interfilm-Jury ist in Saarbrücken seit 1985 präsent und war dieses Jahr vertreten durch Irina Gassmann aus Frankfurt a/M, Harald Koberg aus Graz, Wolf-Dieter Scheid aus Saarbrücken und Erich Zbinden aus Bern.

Schweizer Filme hinterlassen einen starken Eindruck
Die Schweiz war dieses Jahr im offiziellen Spielfilm-Wettbewerb mit vier Filmen und einer schweizerisch-deutschen Koproduktion sehr stark und gleichzeitig siegreich vertreten. Während «180º» von Cihan Inan eine Lobende Erwähnung der offiziellen Jury erhielt, wurde die deutsch-schweizerische Koproduktion «Fliegende Fische müssen ins Meer» von Güzin Kar mit dem Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. «Stationspiraten» von Michael Schaerer gewann den Preis der Schülerjury und «Der Sandmann» von Peter Luisi den begehrten Publikumspreis. Schliesslich wurde Sarah Horváth im Film «Songs of Love and Hate» von Katalin Gödrös mit dem Nachwuchsdarstellerinnenpreis ausgezeichnet. Im Dokumentarfilmwettbewerb hinterlässt der einzige Schweizer Beitrag «Hüllen» von Maria Müller mit einer «Lobenden Erwähnung» einen starken Eindruck.