Plastic Planet

Werner Boote ist mit Plastik gross geworden ist. Sein Grossvater war in den 1960er-Jahren Geschäftsführer der Interplastik-Werke, ein Wegbereiter des Plastikbooms. Mit diesem familiären Interesse macht sich der österreichische Dokumentarfilmer auf die Spuren dieses mächtigen Industriezweiges. Die schöne neue Plastikwelt wird im Stil von Michael Moore schrittweise entlarvt. Bisphenol A, Weichmacher und Flammschutzmittel sind überall präsent: in unseren Haushalten, in den Meeren, Wüsten und Bergen – ja sogar im Blutplasma des Autors lassen sich die Giftstoffe mühelos nachweisen. Etwas weniger polemisch wie vergleichbare Filme bringt Boote seine These vom heutigen „Lebenskreislauf als Plastikzyklus“ unterhaltsam und investigativ unters Publikum.

Dabei spielt die Sorge um die ökologische Balance die Haupttriebfeder der Recherche. Das Faktum, dass in den Meeren sechsmal mehr Plastikpartikel als Plankton schwimmen, stimmt sehr nachdenklich. Und die omnipräsente Nahrungsmittelverpackung bringt mit 100%-iger Sicherheit den Giftstoff Bisphenol A in unsere Lebensmittel ein. Die schwierigen Zusammenhänge bringt der Film in leicht verpackter Form ein. Der Aufruf zu einem bewussteren Umgang mag noch etwas hilflos klingen. In zwanzig Jahren wird jedoch niemand mehr darüber lachen können. Dann nämlich sind wir definitiv auf einem Plastik-Planeten gestrandet, was Boote als Öko-Prophet in seinem Film bereits vorwegnimmt.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

„Plastic Planet“, Österreich/Deutschland 2009, Regie: Werner Boote, Dokumentarfilm; Verleih: Praesens-Film AG, Internet: http://www.praesens.com, Filmwebsite: http://www.plastic-planet.at

Kinostart: 25. März 2010

Schulmaterialien zu „Plastic Planet“:
http://www.plastic-planet.at/schulmaterialien/schulmaterialien.html
oder
http://www.kinofenster.de/plastic_planet_film
http://www.kinofenster.de/download/monatsausgabe-02-2010.pdf

Buch zum Film:
„Plastic Planet. Die dunkle Seite der Kunststoffe“, orange press 2010, ISBN: 978-3-936086-47-8