„Die Apokalypse“ – Zwölfteilige Dokumentationsreihe

Wie konnte das Christentum von einer kleinen jüdischen Sekte innerhalb von dreihundert Jahren zur Staatsreligion des Römischen Reiches avancieren? Dieser Frage gehen die beiden französischen Regisseure Gérard Mordillat und Jérome Prieur nach. Vor über elf Jahren haben sie mit „Corpus Christi“ 1997 und „Die Geburt des Christentums“ 2004 ihre Entdeckungsreise durch das Buch der Bücher begonnen. „Die Apokalypse“ bildet den Abschluss ihrer Reise, wobei sie wieder auf dieselbe nüchterne Machart zurückgreifen und Experteninterviews ins Zentrum stellen: Sie befragen über 50 Wissenschaftler aus aller Welt, verfolgen verschiedene Spuren, Indizien und Hypothesen und geben so einen Einblick in die zeitgenössische Forschung sowie die Etablierung des Christentums als Weltreligion.

Jeweils zwei Teile der Dokumentation werden mittwochs und samstags um 21.00 Uhr auf Arte ausgestrahlt.

Zum Sendestart am 3. Dezember beantworten die Regisseure Fragen im Live Chat.

http://www.arte.tv/apokalypse

„Im Zentrum das gesprochene Wort“ – Eindrücke zur ersten Folge von Dieter Bauer
https://www.medientipp.ch/index.php?na=4,4&meid=108181

Sendethemen und -daten im Überblick

1. Die Synagoge des Satans: Mittwoch, 3. Dezember, 21.00 Uhr
In der ersten Folge wird der Begriff „Apokalypse“ erklärt, Johannes von Patmos vorgestellt und der historische Kontext der Johannesoffenbarung erläutert. Das Verhalten verschiedener christlicher Gruppen zueinander wird analysiert und gefragt, was sich hinter der mysteriösen „Synagoge des Satans“ verbirgt.

2. Rom brennt: Mittwoch: 3. Dezember, 21.50 Uhr
Um das Jahr 30 der christlichen Zeitrechnung wurde Jesus als König der Juden in Jerusalem gekreuzigt. Aber wer waren überhaupt „die“ Juden? Wer waren die Anhänger des Gekreuzigten und woher stammt für sie die Bezeichnung „Christen“? Und weshalb wurden die Christen von Kaiser Nero beschuldigt, den Brand von Rom verursacht zu haben?

3. Das Blut der Märtyrer: Samstag, 6. Dezember, 21.00 Uhr
Der römische Staat reagierte auf den jungen christlichen Glauben mit Gewalt und verfolgte die Anhänger der Lehre Christi. Wie verhielten sich Christen in Gefangenschaft? Was unterschied einen jüdischen von einem christlichen Märtyrer?

4. Erbstreit: Samstag, 6. Dezember, 21.50 Uhr
Welches Bild hatten Nicht-Christen von den Christen? Und warum stiess auf beiden Seiten der jeweils andere auf grosses Unverständnis? Wozu dienten den Christen die an die römischen Kaiser gerichteten Apologien? Löste die christliche Lesart der Bibel – gemeint ist der Teil, der heute häufig Altes Testament genannt wird – die jüdische Auslegung ab oder machte sie sogar hinfällig?

5. Der neue Bund: Mittwoch, 10. Dezember, 21.00 Uhr
Dieser Teil erläutert den Begriff des Neuen Bundes und fragt: Warum verlangte es die Christen bereits im zweiten Jahrhundert nach einer spezifisch christlichen Literatur? Warum schrieben sie ein Neues Testament? Nach welchen Kriterien verlief die Trennung zwischen dem orthodoxen und dem häretischen, also dem richtigen und dem falschen Glauben?

6. Die grosse Häresie: Mittwoch, 10. Dezember, 21.50 Uhr
Bereits in den Anfängen des Christentums gab es abweichende Ansichten und Lehren über den wahren Gehalt des neuen Glaubens. Warum sind bestimmte christliche Lehren wie beispielsweise die Gnosis untergegangen?

7. Gegen die Christen: Samstag, 13. Dezember, 21.00 Uhr
Wie hat das Christentum das Römische Reich erobert? Weshalb bekämpften die intellektuellen Heiden das Christentum? Wie steht es um den Monotheismus im 3. Jahrhundert? Und welche Gründe hatte Diokletian die grosse Verfolgung einzuleiten?

8. Die Bekehrung des Kaisers Konstantin: Samstag, 13. Dezember, 21.50 Uhr
Warum ist Konstantin während der Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahr 312 zum Christentum konvertiert? War es echter Glaube oder eher politisches Kalkül? Zu klären bleibt auch, ob die Hinwendung Konstantins zum Christentum unweigerlich in eine Allianz zwischen Kirche und Staat münden musste.

9. Das Konzil von Nicäa: Mittwoch, 17. Dezember, 21.00 Uhr
Kaiser Konstantin liess die internen Angelegenheiten der Kirche überwachen und lud im Jahr 325 zum Ersten Konzil in die türkische Stadt Nicäa. Welche unterschiedlichen Gruppen nahmen daran teil und über welche Themen wurde diskutiert?

10. Der Gottesstaat: Mittwoch, 17. Dezember, 21.50 Uhr
Diese Folge beschreibt den Weg des Christentums zur römischen Staatsreligion. Welche Vorteile zogen die Christen aus ihrer Allianz mit dem Römischen Staat und seinen Herrschern? Was veranlasste Augustinus zu seiner Abhandlung „Vom Gottesstaat“?

11. Das Jahr Null des Christentums: Samstag, 20. Dezember, 21.00 Uhr
Welches Ereignis stellt den Beginn des Christentums dar? Die Geburt Christi? Sein Tod? Die Bildung einer Gemeinschaft aus Juden und Heiden? Die Konversion Konstantins? Der Zeitpunkt, als Theodosius das Christentum zur Staatsreligion erklärt? Oder gar ein ganz anderes Ereignis?

12. Nach der Apokalypse: Samstag, 20. Dezember, 21.50 Uhr
Wie konnte sich eine kleine jüdische Sekte, die das Ende der Zeit erwartete, zur beherrschenden Religion des Abendlandes entwickeln? Weshalb ist die vor einem Jahrhundert von Alfred Loisy aufgestellte Behauptung „Jesus versprach das Himmelreich und gekommen ist die Kirche“ noch heute skandalös? Und warum ist der jüdische Ursprung des Christentums für manche Christen schwer zu verstehen?