Wie viel Gott braucht die Schule?

Heute Abend diskutieren Lehrer, Eltern, Politiker und verschiedene Religionsvertreter über den Religions- und Ethikunterricht in der heutigen Bildung. Die zweistündige Radiosendung ist später auch als Podcast abrufbar.

Die Trennlinie zwischen öffentlicher und privater Religion, säkularem Staat und christlicher Kultur, fremdem und eigenem Glauben existiert in der Realität längst nicht mehr.

Das Problem hat auch die Schulen erfasst: Aufgrund der multikulturellen Zusammensetzung der Schülerschaft ist der konfessionelle Religionsunterricht vielerorts in Frage gestellt. Im Kanton Zürich gibt es in der Primarschule sowie der Oberstufe neu das Fach „Religion und Kultur“. In anderen Kantonen ersetzt das konfessionsneutrale Fach Ethik den traditionellen Religionsunterricht.

Wie soll dieser Unterricht heute aussehen? Kommt der Glaube zu kurz? Welchen Auftrag hat die Schule? Und wo kollidiert er allenfalls mit der Glaubensfreiheit? Welche Rolle spielt das Elternhaus?

Die Sendung ist ab Mittwochnachmittag online abrufbar:
http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/doppelpunkt-forum/64850.sh10042664.html

An der Diskussion nehmen teil:

  • Regine Aeppli, Bildungsdirektorin Zürich
  • Katharina Frank, Religionswissenschaftlerin, Ausbildnerin von Religionslehrern, hat mitgearbeitet am Konzept für das Fach „Religion & Kultur“ im Kanton Zürich
  • Karin Hijazi, Muslimin, Mutter, Religionslehrerin im islamischen Zentrum Zürich
  • Ellen Ringier, Präsidentin Stiftung Elternsein, Mutter von Kindern im Teenager-Alter, mit multireligiösem Hintergrund
  • Guido Estermann, ehem. Katechet und Katecheten-Ausbildner, ehemaliger Projektleiter für die Einführung des Faches „Ethik & Religionen“ im Kanton Luzern, Theologe, Religionspädagoge, Vater von drei kleinen Kindern
  • Anton Strittmatter, Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle
  • Markus Baumgartner, Professor für Naturwissenschaften und Didaktik des Sach- und Sozialunterrichts an Pädagogischer Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz, Co-Autor von „Weltbilden“, einem Lehrmittel für den schulischen Religionsunterricht
„Religion und Kultur“ an der Volksschule im Kanton Zürich

Das Fach „Religion und Kultur“ ist für Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe künftig obligatorisch. Um die Glaubensfreiheit nicht zu verletzen, ist das Fach aber nicht als konfessioneller Religionsunterricht angelegt, sondern als Lektion, die Wissen über die Religionen vermittelt. Dank einer Änderung des Volksschulgesetzes können die Gemeinden des Kantons Zürich das neue Fach „Religion und Kultur“ im eben gestarteten Schuljahr einführen. Spätestens bis 2011/12 muss das Fach an allen Primarschulen angeboten werden.