El Rey de San Gregorio
San Gregorio ist ein Quartier in Santiago de Chile. „König“ ist Pedro, ein körperlich und geistig leicht behinderter 30-jähriger, der bei seiner Mutter lebt und im Viertel beliebt ist. Wie es sich für einen König gehört, liebt Pedro eine „Prinzessin“, die geistig behinderte Cati. Und wie es sich für eine königliche Liebesgeschichte gehört, sollen die beiden nicht zueinander kommen. Zwar ist das Wasser nicht zu tief, aber die Ängste derer, die sie betreuen, zu gross. Die Sorge von Pedros Mutter und Catis Schwester, den beiden könnte etwas passieren, ist vorgeschoben. Eigentlich geht es darum, dass zwischen den beiden „etwas“ passieren könnte.
Sexualität von Menschen mit Behinderung ist nicht nur in Chile ein Tabu. Der Film stellt das heikle Thema direkt und doch sensibel zur Diskussion, wenn er zeigt, wie Nicht-Behinderte das sexuelle Erwachen ihrer Angehörigen behindern. Besonders hierbei ist, dass Pedro sich selbst spielt. Er hat mit dem Regisseur eigene Erlebnisse für die Story verarbeitet. Entstanden ist ein teils hochdramatischer Film, der seine dokumentarischen Wurzeln nicht verbirgt. Auch die Mehrheit der anderen Darstellenden sind Laien aus dem Quartier. Professionell besetzt sind die Rollen der Mutter, der angebeteten Cati und ihrer Schwester sowie eines älteren Manns, der Pedro in Liebesdingen berät. Berührend und sehenswert.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
„El Rey de San Gregorio“, Chile 2006, Regie: Alfonso Gazitúa Gaete, Besetzung: Pedro Vargas, Maria José Parga, Gloria Münchmeyer; Verleih: Trigon-film, Internet: http://www.trigon-film.org
Kinostart: 19. Juni 2008
„El Rey de San Gregorio“ ist Film des Monats Juni. Der Film des Monats kann als pdf geladen werden unter:
medientipp.ch/pdf/filmtipp_200806.pdf
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