Zu Fuss nach Santiago de Compostela

Das Pilgern auf dem legendären Weg nach Santiago de Compostela, wo die Gebeine des Apostels Jakobus ruhen sollen, ist zu einer spirituellen Attraktion geworden. Der junge Bündner Roman Weishaupt ging nach Abschluss seines Studiums im Jahr 2006 nicht aus religiösen Gründen auf die beschwerliche Reise über 2´200 Kilometer bis an die spanische Atlantikküste, sondern aus Lust und Laune, den berühmten Pilgerweg kennen zu lernen. Dies gibt dem Film etwas Unbeschwertes und Unverbrauchtes. Neben den professionellen Aufnahmen der Filmequipe gibt es Ausschnitte aus einem persönlichen Digital-Video-Tagebuch von Weishaupt. Damit bekommt der Film einen intimen Charakter. Im Vordergrund stehen nicht Kirchen und Sehenswürdigkeiten, sondern Eindrücke, Leiden und Freuden auf dem Pilgerweg. Diese Leichtigkeit macht den Reiz dieses Reiseberichtes aus.

Der Film von Bruno Moll beschreibt zwischen Reflexion und Realität oszillierend eine persönliche Erkundung und Wertschöpfung. Dabei bezieht er die Zuschauer unaufdringlich ein. Wanderbilder reihen sich aneinander, verwandeln sich in einen Fluss, der im Rhythmus des Vorwärtsschreitens zur Einkehr einlädt. Der Film geht der Kraft nach, die das Wandern auslöst. Er behält aber auch immer eine kritische Distanz zur expliziten Religiosität. So entsteht ein wohltuendes Kinoerlebnis gegen die Hektik und Flüchtigkeit des Alltags. Der Film wurde mit Unterstützung der Katholischen Kirche im Kanton Zürich produziert.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

„Zu Fuss nach Santiago de Compostela“, Schweiz 2007, Regie: Bruno Moll; Besetzung: Roman Weishaupt; Verleih: Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch

Kinostart: 25. Oktober 2007