Sondervorführung von „Screamers“ in der Schweiz
Der Dokumentarfilm „Screamers“ erzählt von einer Rock-Band, die für die Anerkennung des Völkermordes in Armenien kämpft. Am 19. September fand für Mitglieder des eidgenössischen Parlaments eine Sondervorführung in Bern statt.
Ausgangspunkt und Mittelpunkt des eindrücklichen und brisanten Films ist eine Konzerttournee der weltweit erfolgreichen amerikanischen Rockband „System of a Down“ durch Städte Europas. Die vier Mitglieder der Band sind Amerikaner armenischer Herkunft, Nachkommen Überlebender des Genozids von 1915. Sowohl während ihren Konzertauftritten wie in ihrem Alltagsleben setzen sie sich für die Anerkennung dieser Tragödie ein. Als „Screamers“ schreien sie zusammen mit ihren Fans gegen die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern, und dagegen, dass diese Leugnung den von Hitler begangenen Holocaust ermöglicht hat. Sie protestieren damit auch gegen die jüngsten Völkermorde in Kambodscha, Ruanda, Bosnien und Darfur. Der Film (UK 2006), der sowohl eine menschliche wie eine politische Seite hat, dokumentiert die aktuelle Debatte des Themas in den USA, in England und in der Türkei. Carla Garapedian wurde Mitte Juli für „Screamers“ am 4. Internationalen Golden Apricot Filmfestival in Yerevan mit dem Hauptpreis und einer lobenden Erwähnung der Ökumenischen Jury ausgezeichnet.
Die Sondervorführung, die im Kontext der jüngsten Debatte über die Antirassimus-Gesetzgebung in der Schweiz einen Monat vor den eidgenössischen Wahlen stattfand, wurde von der Parlamentariergruppe Schweiz-Armenien organisiert und war gut besucht. Präsidiert wird die Gruppe von den Nationalräten Dominique de Buman (Vizepräsident der CVP) und Ueli Leuenberger (Vizepräsident der Grünen Partei), der die Sondervorführung eröffnet hat. Er begründete die Sondervorführung damit, dass die kollektive Erinnerung lebendig erhalten bleiben müsse. Ob und wann der Film in der Schweiz ins Kino kommt oder als DVD verfügbar wird, ist zur Zeit Gegenstand von Abklärungen.
Hans Hodel, Bern
