Goodbye Bafana

Auf der Gefängnis-Insel Robben Island in Südafrika wird ein prominenter politischer Gefangener inhaftiert. Es ist Nelson Mandela. Er wird besonders scharf überwacht, weil ihn das Apartheids-Regime als „Terroristen“ abstempelt. James Gregory erhält die Aufgabe, Mandela auszuspionieren. Er ist ein Anhänger der Apartheid und betrachtet Schwarze als Menschen zweiter Klasse. In seiner Kindheit hat er die afrikanische Sprache Xhosa gelernt. Das macht ihn zum idealen Bewacher für den politischen Gefangenen. Doch die Begegnung mit Mandela verändert Gregory grundlegend. Schritt für Schritt wird er aufmerksam für die Ungerechtigkeiten und Verbrechen seiner eigenen Leute. Er entwickelt sich vom Gefängniswärter zum Freund und Bewunderer des ANC-Führers.

Konventionell erzählt, bringt der Film die politische Unterdrückung in Südafrika zwischen 1968 und 1990, dem Jahr der Befreiung von Nelson Mandela, auf die Leinwand. Die stärke des Filmes ist die Konzentration auf die Beziehung der zwei Männer. Sowohl Ralph Fiennes (Gregory) als auch Dennis Haysbert (Mandela) überzeugen in ihren Rollen. Insgesamt zeigt Bille August jedoch die Unterdrückungs-Situation zu oberflächlich und glatt. Die Geschichte von der Männerfreundschaft über die Apartheids-Grenzen hinweg bekommt dadurch einen verklärenden touch, der sich eher an der Gefühlsdramaturgie des Hollywood-Kinos als an der historischen Realität orientiert.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

„Goodbye Bafana“, Belgien/Südafrika 2007, Regie: Bille August, Besetzung: Joseph Fiennes, Dennis Haysbert, Diane Kruger; Verleih: Filmcooperative, Internet: http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: http://www.goodbyebafana-derfilm.de

Kinostart: 3. Mai