Das Fräulein
Das Fräulein heisst Ruza und ist eine 50-jährige Serbin. In jungen Jahren kam sie in die Schweiz, geleitet vom Traum eines besseren Lebens. In Zürich führt sie eine Betriebskantine und hat sich durch viel Arbeit und noch mehr Selbstdisziplin eine unabhängige Existenz aufgebaut. Mehr, denkt Ruza, kann sie vom Leben nicht erwarten. Denn sie will nichts geschenkt, nicht einmal das Fleisch auf «Kosten des Hauses» von ihrem Metzger. Anders als ihre langjährige Angestellte, die Kroatin Mila, die sich in Tagträume vom eigenen Haus in ihrer alten Heimat rettet. Anders auch als die Bosnierin Ana, die in der Kantine ihren Kolleginnen zur Hand geht. Die junge Frau, die in Sarajevo den Krieg hautnah miterlebte, ist auf der Flucht vor einer tödlichen Krankheit und wild entschlossen, das Leben bis zum letzten Atemzug auszukosten.
Die schweizerisch-deutsche Co-Produktion «Das Fräulein» erzählt die Geschichte von drei Frauen mit gemeinsamen Wurzeln, aber ohne Heimatgefühl, mit einer eigenwilligen, sehr schönen Bildsprache: Schärfe wechselt mit Unschärfe, lenkt den Blick auf die genaue Beobachtung von Details. Es sind diese gezeigten Details im grauen Züricher Alltag, drinnen wie draussen, und das sensible Spiel der drei Darstellerinnen, die den Film zu etwas Besonderem machen.
Claudia Herzog
«Das Fräulein», Deutschland/Schweiz 2006, Regie: Andrea Staka, Besetzung: Mirjana Karanovic, Marija Skaricic, Ljubica Jovic, Oliver Zgorelec; Verleih: Look Now!, Internet: http://www.looknow.ch, Filmwebsite: http://www.dasfraulein.ch
Kinostart: ab 16. November 2006 – gratis zum Streamen auf http://www.playsuisse.ch
