DVD-Tipp „Papa“
Der Papa sitzt am Bettrand, liest seinem Sohn eine Gutnachtgeschichte vor. Doch der Kleine will von Schlaf nichts wissen, er sucht die Nähe, die Aufmerksamkeit. Der Vater geht in die Stube, die mit halb gepackten Schachteln überstellt ist. Er räumt Bücher von einer Seite auf die andere, bis der Junge wieder auftaucht. Erneut bringt ihn der Papa ins Bett, um dann seine Arbeit nochmals aufzunehmen. Als er Frauenkleider in einer Schachtel entdeckt, bricht Vergangenes aus ihm heraus: Er macht seiner Frau Vorwürfe, die sich mit Tabletten das Leben genommen hat. Als er schluchzend im Zimmer steht, spürt er plötzlich die Arme des Kindes an seinem Bein: Auch ein Papa braucht manchmal eine Stütze.
Der Film „Papa“ greift eher ungewohnte Familienbilder und Themen auf. In teils dunklen, bedrückenden Bildern wird dem Zuschauer die Schwere der Trauersituation spürbar gemacht. Am Ende des nur 12 Minuten dauernden Spielfilms steht – schon fast befreiend – der weinende, grosse Mann, umarmt und gestützt von seinem kleinen Sohn. Ein berührender Film zu Themen wie Rollenverhalten, Männerbild, Vater-Kind-Beziehung, Stärke und Schwäche.
Peter Weskamp, Leiter Medienladen
peter.weskamp@medienladen.ch
Erhältlich ist der Film auf DVD in Verleih und Verkauf des Medienladens
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