Vitus
Hochbegabte Kinder mit auffälligem Verhalten sind in der Schule unerwünscht, weil sie die Klasse stören. Auch Vitus ist ein solches Kind. Bereits mit fünf Jahren spielt er virtuos auf dem Klavier. Die Mutter (Julika Jenkins) ist glücklich mit ihrem Wunderkind und möchte aus ihm einen Pianisten machen. Doch mit ihren Erwartungen überfordert sie ihr Kind. Denn eigentlich ist der Bub viel lieber beim Grossvater (Bruno Ganz), der ihm in seiner Schreinerei einen schönen Flugdrachen aus Holz baut. So wächst er zum Jugendlichen heran und möchte einfach ein ganz normales Leben führen. Mit einem gewagten Sprung überschreitet er die Grenze und versucht ein eigenständiges Leben zu führen.
Fredi M. Murer kehrt mit Vitus zu einem Charakter zurück, der bereits in «Höhenfeuer» eine zentrale Rolle spielte. War es im Innerschweizer Drama der taube Bub, der viel mehr sieht als die Erwachsenen, ist es hier nun der geniale Kopf Vitus, mit seinem absoluten Musikgehör und seinem genialen Faible für Zahlen. Dabei hat Murer, zusammen mit den Autoren Peter Luisi und Lukas B. Suter, überraschend viel Humor in die tragische Geschichte verwoben. Bruno Ganz ist die Rolle des Grossvaters auf den Leib geschrieben und Teo Gheorgiu ist ein Glücksfall für die Verkörperung der Hauptfigur. So bekommt der Film die Leichtigkeit einer Tragikomödie, die im Schweizer Film so selten anzutreffen ist. Das Leitmotiv des Films lässt sich schlicht in einer Botschaft zusammenfassen: «Musik verleiht Flügel!»
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Vitus», Schweiz 2005, Regie: Fredi M. Murer, Besetzung: Bruno Ganz, Teo Gheorghiu, Julika Jenkins, Urs Jucker; Verleih: Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch, Filmwebsite: http://www.vitus-film.com
Kinostart: 2. Februar 2006 – gratis zum Streamen auf http://www.playsuisse.ch
