Meinungs- und Pressefreiheit: Pfarrer und tunesische Journalistin ausgezeichnet
(medientipp) Erstmals wird am 1. Dezember im baden-württembergischen Schorndorf der Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit verliehen. Ausgezeichnet werden der Leipziger Pfarrer Christian Führer und die tunesische Journalistin Sihem Bensedrine. Sie werden sich den mit 20´000 Euro dotierten Preis teilen. Christian Führer ist seit 1980 Pfarrer in der Nikolaikirche in Leipzig, wo er seit 1982 regelmässig Friedensgebete abhält. Mit seinem Handeln habe er auf viele persönliche Schicksale eingewirkt, hiess es in der Begründung der Jury. Die Tunesierin Sihem Bensedrine gründete 1970 in Toulouse die Partei der Progressiven Tunesier, engagierte sich in der Menschenrechtsbewegung und ist Sprecherin des Nationalen Rats für Freiheiten in Tunesien. Wegen angeblicher Diffamierung ihres Landes drohen der Journalistin bis zu sieben Jahre Gefängnis. Benannt ist der Preis nach dem 1766 in Schorndorf geborene Johann Philipp Palm. Er wurde 1806 hingerichtet, weil er eine Napoleon-kritische Schrift verlegt hatte. Seither gilt er als Vorbild im Kampf um Meinungs- und Pressefreiheit.
