Imagekampagne der Reformierten

Kaum jemand kennt die reformierte Kirche. Sogar deren Mitglieder würden im Durchschnitt schlecht abschneiden, wenn sie kurz und bündig sagen müssten, was ihre Konfession auszeichnet. Für viele erklärt sich das Reformierte schlicht daraus, dass es nicht katholisch ist. Über diese Profilschwäche wird in der reformierten Kirche zwar immer wieder geklagt, aber man hat sie lange als angebliche Folge der Tatsache hingenommen, dass die Reformierten weder Päpste noch Prozessionen vorzuweisen haben.

Vor über einem Jahr begann der Evangelische Mediendienst mit den Vorarbeiten für das Projekt einer Imagekampagne. Jetzt hat er für die Durchführung einer Plakataktion im Advent 2000 grünes Licht erhalten. Ausser Bern, Freiburg, Glarus und Thurgau und einem Teil der Zentralschweiz machen alle reformierten Kirchen der Deutschschweiz bei diesem Projekt mit. Der Evangelische Mediendienst rechnet mit einem Budget in der Grössenordnung von 200´000 Franken. Eine Serie von Plakatsujets wird einige Besonderheiten der reformierten Konfession bekannt machen. Grundlage ist eine Orientierung an den Qualitäten der reformierten Tradition, die im Leben und Engagement dieser Kirche auch heute ihren Ausdruck finden. Entsprechend dem reformatorischen Hang zu biblisch-theologischer Radikalität werden die Plakate mit markanten Bild- und Textbotschaften aufwarten und – so jedenfalls die Absicht – Diskussionen provozieren.

Zur Zeit wird die Kampagne inhaltlich und gestalterisch von der Agentur Wirz entwickelt. Basis des Auftrags ist eine ausführliche Projektbeschreibung des Evangelischen Mediendienstes. Die Plakataktion wird, da es sich um ein Pilotprojekt handelt, besonders intensiv begleitet und gründlich ausgewertet. Von den Ergebnissen erwartet der Evangelische Mediendienst Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung der Kommunikationstätigkeit der reformierten Kirchen.

Urs Meier
Gesamtleiter Evangelischer Mediendienst