Medienbörse in neuer Form

Im Katholischen Sozialen Institut (KSI) der Erzdiözese Köln in Bad Honnef fand vom 13.-15. März 2000 die Medienbörse der evangelischen und katholischen Kirche statt. Sie wurde von rund achtzig Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz besucht.

Die Veranstalter, das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt und die Zentralstelle Medien der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn, haben die ehemalige „Medienbörse Film“ in den März verlegt und für neue, digitale sowie die klassischen Kleinmedien geöffnet. In einem dicht angelegten Sichtungsprogramm wurden während der drei Tage vierzig kurze Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme auf ihre Verwendbarkeit im Programm der kirchlichen Medienstellen geprüft.

Zusätzlich zum Filmsichtungsprogramm hatten Vertreter konfessioneller, staatlicher und privater Medieneinrichtungen an einem Nachmittag Gelegenheit, im Rahmen eines Medienmarktes ihre Palette neuer Produktionen vorzustellen und anzubieten. Damit sollte die Integration der bisher alle zwei Jahre in Schwerte durchgeführten AV-Medienbörse vollzogen werden. Das Angebot von audiovisuellen Gruppenmedien wie Tonbild, Diareihen und Audiocassetten fehlte allerdings weitgehend. Entweder mangelt es an entsprechenden neuen Produktionen oder die Veranstalter haben die betreffenden Produzenten nicht erreicht.

Die Teilnehmer schätzten besonders zwei Workshops über pädagogische Konzepte für die Arbeit mit neuen Medien (Leitung Andreas Mertin) und den Erfahrungsaustausch über den Einsatz von Spielfilmen in Schule und Bildungsarbeit (Leitung Reinhold Zwick).

Im Anschluss an die Medienbörse fand eine gemeinsame Tagung der evangelischen und der katholischen Arbeitsgemeinschaft der landeskirchlichen und diözesanen AV-Medienstellen statt. Hier wurden die Aufgaben und Positionen kirchlicher AV-Medienarbeit in der Informationsgesellschaft diskutiert. Wer erwartet hatte, dass dabei zukunftsweisende, neue Konzepte ökumenischer Zusammenarbeit vorgestellt würden, wie sie zum Beispiel in der Schweiz aktuell sind, wurde enttäuscht. Die Landschaft kirchlicher Medienstellen ist in Deutschland stark geprägt von regionalen Unterschieden und Eigenheiten, so dass eine überregionale Zusammenarbeit schnell ihre Grenzen findet. So muss es wohl als positiv gelten, dass die Tagung die Grenzen deutlich gemacht hat und als Herausforderung für die Weiterarbeit erkannt worden ist.

Hans Hodel
Filmbeauftragter Evangelischer Mediendienst