Zukunft der ZOOM Filmdokumentation: Interview mit Geschäftsführer Charles Martig
(medientipp) Die Cinémathèque suisse hat per 1. Januar 2002 die ursprünglich vom Katholischen Mediendienst und von den Reformierten Medien getragene ZOOM Filmdokumentation übernommen. Geschäftsführer Charles Martig äussert sich dazu in einem Interview.
Was ändert sich mit der Übernahme?
Mit der Überführung eröffnet die Cinémathèque, das Schweizerische Filmarchiv mit Sitz in Lausanne, eine Zweigstelle in Zürich. Für die Kirchen geht damit ein 60-jähriges filmkulturelles Engagement zu Ende. Neu übernehmen der Bund, die Stadt Zürich sowie die Universität des Kantons Zürich und der Kanton Schwyz die finanzielle Verantwortung. Die Leitung der Dokumentationsstelle Zürich liegt weiterhin bei Bernadette Meier.
Worin liegt die Bedeutung der ZOOM Dokumentation?
Die filmpublizistische Sammlung ist in der Schweiz einmalig. Sie enthält Fotos, Filmkritiken, Zeitschriften und Bücher von den 20er Jahren bis heute. In 60´000 Dossiers und einer umfassenden Datenbank sind Dokumente und Informationen zum internationalen Filmschaffen vorhanden. Insbesondere das Kulturerbe des Schweizer Films ist hier umfassend dokumentiert und öffentlich zugänglich.
Warum haben sich die Kirchen in diesem Bereich überhaupt engagiert?
Die Ursprünge liegen in den Aktivitäten des Schweizerischen Katholischen Volksvereins, der in den 30er Jahren die Sammlung begonnen hat. Aus dieser Initiative haben die Jesuiten Charles Reinert und Stefan Bamberger die Zeitschrift „Der Filmberater“ entwickelt. In den 70er Jahren entstand die ökumenische Filmzeitschrift ZOOM, die das Archiv weiter aufbaute. Franz Ulrich und Ambros Eichenberger von katholischer Seite in Zürich sowie Dölf Rindlisbacher und Hans Hodel von reformierter Seite in Bern haben zwei Archive geführt, die 1991 zur ökumenischen ZOOM Dokumentation vereinigt wurden.
Kontakt: Bernadette Meier, Peter F. Stucki, Telefon: ++41 (0)43 818 24 66, E-Mail: cszh@cinematheque.ch
