Neue Kinozeitschrift „FILM“ lanciert
Die erste Nummer der neuen gesamtschweizerischen Kinozeitschrift FILM ist erschienen. Sie ist die Nachfolgerin von ZOOM, Zeitschrift für Film, welche die kirchlichen Mediendienste in sechs Jahrzehnten aufgebaut haben. Bei der Lancierung der neuen Zeitschrift haben die Kirchen eine aktive Rolle gespielt, und sie fördern den Start des neuen Magazins sowohl ideell als auch finanziell. „FILM“ führt den Namen „ZOOM“ auf der Titelseite weiter. Es erbt die Leserschaft, das Renommee und wertvolle publizistische Ressourcen von der kirchlichen Filmzeitschrift.
Die Verantwortlichen des Evangelischen und des Katholischen Mediendienstes freuen sich über die gelungene Lancierung von „Film“. Dass es dazu kommt, dürfen sie auch als Erfolg ihrer Bemühungen betrachten. Sie waren es, die im entscheidenden Moment die Zusammenarbeit mit dem gestrandeten Zeitschriftenprojekt „Blow up“ der Filmverbände suchten. „ZOOM“ klinkte sich ein und verschafft nun der faszinierenden publizistischen Idee eines gesamtschweizerischen anspruchsvollen Kinomagazins die notwendige Startbasis im Markt. Gleichzeitig sehen die kirchlichen Mediendienste in dieser Politik der Kooperation und Fusion eine realistische Möglichkeit, langfristig eine unabhängige filmkritische Zeitschrift am Leben zu erhalten. Angesichts der grossen Bedeutung der Filmkultur für die gesellschaftliche Kommunikation ist den Kirchen die engagierte publizistische Begleitung des Kinos äusserst wichtig. Mit einer Aufschubfinanzierung wollen sie dem neuen Magazin gute Erfolgschancen geben: in den Übergangs- und Startjahren 1999 und 2000 leisten sie Beiträge von insgesamt über 500´000 Franken.
Verantwortlicher Rückzug der Kirchen
Seit einigen Jahren sind die landeskirchlichen Einrichtungen Evangelischer Mediendienst (EM) und Katholischer Mediendienst (KM) gezwungen zu sparen und gleichzeitig neue Aufgaben zu übernehmen, beispielsweise bei den Privatradios und im Internet. Auch in den kommenden Jahren werden die Kirchen ihren Mediendiensten laufend weniger Geld geben. Die Gründe sind geringere Steuereinnahmen und Kirchenaustritte. EM und KM konzentrieren sich deshalb vermehrt auf ihre Kernfunktionen. Von Aufgaben, die auch andere Träger erfüllen können, müssen sie sich trennen. Dazu gehört namentlich die Filmpublizistik, die bei den kirchlichen Mediendiensten eine sechs Jahrzehnte lange Tradition hat.
Jahr für Jahr haben EM und KM die unter dem Label „ZOOM“ geleistete filmkritische Arbeit gemeinsam mit über 300´000 Franken finanziert. Rechnet man den Aufwand für die ebenfalls vor allem der Filmpublizistik zugute kommende „Zoom Dokumentation für Film“ hinzu, so waren es jährlich fast eine halbe Million Franken, die in die Filmpublizistik flossen. Die Marke „ZOOM“ ist für Filminteressierte ein Begriff für kompetente wertorientierte Auseinandersetzung mit der Siebten Kunst. Dass eine kirchliche Trägerschaft hinter „ZOOM“ stand, war längst nicht allen Leserinnen und Lesern bekannt. EM und KM erfüllten ihre Aufgaben bewusst diskret, und sie gewährten der Redaktion die volle journalistische Unabhängigkeit.
Kompetenz und öffentliche Resonanz, kritisches Engagement und ein freies publizistisches Tätigkeitsfeld waren auch die Leitvorstellungen der Mediendienste bei der Suche nach einer gesicherten Zukunft für „ZOOM“. Die Möglichkeit eines Zusammengehens mit der Stiftung Ciné-Communication erfüllte diese Bedingungen und kam auch für EM und KM genau im richtigen Zeitpunkt. Es konnte nämlich eine neue Trägerschaft anvisiert werden in einem Zeitpunkt, da „ZOOM“ gesund und erfolgreich war. Unter der Führung des Verlags- und Redaktionsleiters Dominik Slappnig wurden in den
letzten Jahren laufend neue Bereiche erschlossen wie der Kioskverkauf, diverse Marketingaktionen und ein mehrfach ausgezeichneter Internetauftritt. Mit einer durchschnittlichen Auflage von 6´000 Exemplaren erreichte „ZOOM“ ein überwiegend jugendliches Publikum. Die wachsende Leserschaft, das exzellente Renommee, das verlegerische Know-how, der Stab von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und die reichen Ressourcen der Dokumentation sind ein Kapital, das entscheidend zum Erfolg von „FILM“ beitragen wird.
Filmkulturelles Engagement der Kirchen
„Zoom“ war seit 1973 die gemeinsame Filmzeitschrift von EM und KM. Mit den in ihr aufgegangenen konfessionellen Vorgängern bringt sie es katholischerseits auf 59, evangelischerseits auf 51 Jahrgänge. In der allerersten Zeit tönte es in den kirchlichen Filmpublikationen stark nach paternalistischer Pädagogik. Man wollte „den guten Film“ fördern, um „den schlechten“ zu bekämpfen. Doch aus diesen Anfängen entwickelte sich bald ein filmkulturelles Engagement. Da waren angefressene Filmliebhaber am Werk, die sich in voller Unabhängigkeit dem Kino widmeten als einem künstlerischen und alltagskulturellen Ausdruck des Zeitgeistes. Die Redaktoren des 1973 fusionierten „ZOOM“, Franz Ulrich und Urs Jaeggi, legten in jahrzehntelanger Aufbauarbeit die Basis einer mit den Kirchen zwar geistig verbundenen, aber von einengenden institutionellen Einflüssen völlig freien Filmpublizistik.
Auch nach dem Rückzug von der alleinigen Trägerschaft der Zeitschrift besteht das filmkulturelle Engagement der Kirchen weiter. Sie beschäftigen weiterhin die Filmbeauftragten Hans Hodel (EM) und Charles Martig (KM), die im Bereich Film und Bildung vielseitig tätig sind. Beispiele dieser Arbeit sind die ökumenischen Juries an Filmfestivals wie Locarno oder der von den beiden Beauftragten ausgewählte „Films des Monats“, der übrigens auch im neuen Kinomagazin weiterhin publiziert wird.
Urs Meier, Leiter des Evangelischen Mediendienstes und Ko-Präsident des Vereins ZOOM
Matthias Loretan, Leiter des Katholischen Mediendienstes und Ko-Präsident des Vereins ZOOM
FILM ist ab sofort am Kiosk erhältlich oder unter folgender Nummer zu beziehen: 0848 800 802. Abonnemente (für ein Jahr zum Preis von Fr. 60.- oder drei Probenummern zum Preis von Fr. 10.-) kann man bestellen bei: Redaktion FILM, Bederstrasse 76, Postfach 147, 8027 Zürich.
Pressestimmen zum Start von „FILM“
Ausgewählte Stimmen aus den Printmedien:
„Die neu lancierte Monatszeitschrift ist das allererste gesamtschweizerische Kinomagazin ( .). Mit Hintergrundberichten und unabhängigen Kritiken hebt sich die stilvoll daherkommende Zeitschrift auch inhaltlich von den PR-Heften ab, die jeweils gratis in den Kinos aufliegen.“
„Blick“, 30. Juli ´99
„Ambitioniert sind die publizistischen Ziele. „Film“ soll sich nicht nur in dem für die Werbung interessanten Segment des jungen Kinopublikums etablieren, sondern will durch die kritische und analytische Auseinandersetzung mit Film und Kino auch stark kulturell interessierte Leserinnen und Leser ansprechen und sich zudem in der Schweizer Filmszene noch besser als bisher profilieren. „
„Der Bund“, 30. Juli ´99
„Alles neu macht der August – und schon hat die Schweiz eine neue Filmzeitschrift. Ganz prosaisch „Film“ nennt sich die Monatspublikation. Das altehrwürdige „Zoom“ ist in ihr aufgegangen, dessen Stärken aber werden fortgesetzt.“
„Sonntagszeitung“, 1. August ´99
„Damit geht eine Ära zu Ende. ( .) Die Kirchen leisteten während eines halben Jahrhunderts beispiellose Pionierarbeit. Ihre Vertreter setzten sich ein für einen beide Seiten befruchtenden Dialog zwischen Kirche und Kulturschaffenden. ( .) „Film“, in der Deutschschweiz Nachfolgeorgan von „Zoom“, basiert nun auf einer Herausgeberschaft der Filmbranche. Ob das Abhängigkeiten schafft? Es wäre fatal, wenn das den Neubeginn kennzeichnen würde: Eine fundierte kulturelle Diskussion ist nur in Freiheit möglich. Um so mehr ist der Zeitschrift zu wünschen, dass sie auf die Solidarität der Filmfreunde zählen und sich so am Markt behaupten kann, ohne billige Konzessionen einzugehen.“
Kommentar von Niklaus Oberholzer in der „Neuen Luzerner Zeitung“, 30. Juli ´99
„Was lange währt .Das Projekt einer neuen Filmzeitschrift ist schon lange am Kochen. Nun wird sie kurz vor dem grössten Schweizer Filmereignis des Jahres, dem Filmfestival in Locarno, lanciert.“
Berner Zeitung, 30. Juli ´99
Von den elektronischen Medien haben berichtet: Radio Argovia, Radio Z, Radio DRS 1 und 2 im „Echo der Zeit“ und „DRS 2 aktuell“. Noch folgen werden ein Bericht auf Star TV und beim Kulturmagazin NeXt auf SF DRS.
Besprechungen der neuen Zeitschrift folgen in diesen Tagen ausserdem in der „Neuen Zürcher Zeitung“, im „Tagesanzeiger“ und in der „Weltwoche“.
