Katholische Kirche Schweiz Online (KKSO): positive Bilanz zur Halbzeit
Das Projekt Katholische Kirche Schweiz Online (KKSO) ist bereits nach der ersten Hälfte der Pilotphase (1997-1998) auf ein positives Echo gestosssen. In circa 50 Veranstaltungen und Beratungen verdichtete sich bei den Teilnehmenden fast einhellig die Meinung, die Kirchen sollten die Online-Kommunikation nutzen. In der deutschsprachigen Schweiz boten Ende Jahr bereits über 30 katholische Anbieter Webseiten an. Im Dezember riefen rund 10´000 Nutzer circa 120´000 Webseiten kirchlicher Organisationen auf. Nach dem ersten Projektjahr zieht deshalb der Katholische Mediendienst als verantwortliche Projektstelle in der deutschsprachigen Region eine positive Zwischenbilanz. Er beantragt bei den kirchlichen Auftrag- und Geldgebern die definitive Einführung von KKSO.
Auftrag und Organisation
Katholische Kirche Schweiz Online (KKSO) ist ein Projekt im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz. Während einer zweijährigen Pilotphase (1997 – 1998) sollen im Hinblick auf die definitive Einführung kirchlicher Online-Kommunikation Erfahrungen gesammelt und ausgewertet werden.
In den Sprachregionen sind der Katholische Mediendienst (kath.ch) in Zürich, das Centre catholique de radio et télévision (cath.ch) in Lausanne und das Centro cattolico per la Radio e la Televisione (catt.ch) in Lugano für den Aufbau und die Realisierung des Auftrages verantwortlich. Der KM hat das Projekt KKSO entwickelt und übernimmt dieKoordination zwischen den Sprachregionen auf nationaler Ebene. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Mediendienst (ref.ch).
Matthias Loretan leitet das Projekt, während Thomas Bionotto als Webmaster für die Betreuung und Redaktion von kath.ch und kirchen.ch zuständig ist.
Konzept offenes Netzwerk
In der deutschsprachigen Schweiz baut KKSO die kirchliche Online-Kommunikation als offenes Netzwerk auf, an der sich kirchliche Anbieter wie zum Beispiel Diözesen, Kantonalkirchen, Pfarreien, Fachstellen oder Vereine beteiligen. Das thematische und organisatorische Netzwerk ermöglicht kirchlichen Organisationen, ihren Internet-Auftritt in einem strukturierten Rahmen zu planen und auf der kirchlichen Plattform zu vernetzen. Die Partner von KKSO entwickeln ihre Online-Kommunikation in eigener konzeptioneller, redaktioneller und finanzieller Verantwortung. Entsprechend können sie Formen und Grade der Kooperation mit KKSO selber bestimmen. Die offene Ein- bzw. Anbindung ins kirchliche Netzwerk erlaubt den Partnern, ihre Homepage zusätzlich in verschiedene, für sie wichtige Umfelder hinein zu vernetzen. Über seine Partner ist das Netzwerk KKSO seinerseits mit verschiedenen Lebenswelten verbunden: zum Beispiel über die Kantonalkirchen mit den Regionen, über die Fakultäten mit den Wissenschaften, über die Hilfswerke mit der Sozialberatung oder der Entwicklungszusammenarbeit.
Die offene Plattform KKSO bietet Nutzern einen verlässlichen Einstieg ins Thema Kirche – Religion – Gesellschaft und erleichtert die Auffindbarkeit kirchlicher Organisationen. Durch die Kombination verschiedener Suchkritierien (hierarchische Übersicht, anarchische Verlinkung, thematische Rubrizierung, aktuelle Vermeldung, Volltextrecherchen, Suchen in verknüpften Datenbanken) nutzt das Modell KKSO spezifische Möglichkeiten der neuen Technologie und unterstützt eine offene und vielfältige Kommunikationskultur der katholischen Kirche und ihrer Organisationen.
Aufgaben der Projektstelle KKSO
Als Projektstelle KKSO bietet der Katholische Mediendienst (KM) verschiedene Dienstleistungen und Formen der Vernetzung an.
– Aufbau der technischen Infrastruktur:
Unter dem Domainnamen kath.ch bzw. kirchen.ch (ökumenisch) betreibt KKSO einen virtuellen Internet-Server auf dem physischen Server der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich. Als Content-Provider stellt KKSO seinen Kooperationspartnern Speicherplätze auf seinem Server zur Verfügung und bietet ihnen einen Domainnamen unter kath.ch bzw. kirchen.ch (ökumenisch).
– Koordination der katholischen Online-Kommunikation:
Mit der thematischen und organisatorischen Plattform unterstützt KKSO die Auffindbarkeit seiner Kooperationspartner im Internet. Der KM koordiniert den Internet-Auftritt der katholischen Anbieter sowohl nach innen (z.B. durch Übersichten und die Zuteilung von Rubriken) als auch nach aussen zu anderen Sprachregionen (cath.ch und catt.ch), Konfessionen (ref.ch und kirchen.ch), Ländern (kath.de) und Religionen.
– Beratung der Kooperationspartner:
KKSO berät seine Partner bei der Konzeptentwicklung. In ihrem Auftrag gestaltet der Webmaster KKSO Homepages und Webseiten und schult Online-Verantwortliche.
– Redaktion der Eintrittsseiten kath.ch und kirchen.ch:
Neben den Übersichten auf christliche (kirchen.ch) und katholische Organisationen und ihre Webseiten schaffen aktuelle und thematische Rubriken ein attraktives redaktionelles Umfeld. In der Rubrik „aktuell“ werden neue Online-Angebote, die aus kirchlicher oder christlicher Sicht ein besonderes Interesse verdienen, angekündigt, redaktionelle Angebote online publiziert (Schweizer Kirchenzeitung, kipa, ZOOM) sowie zu ausgewählten aktuellen Entwicklungen Dokumente und Stellungnahmen veröffentlicht bzw. verlinkt (z.B. Nachfolge Bistum Chur, Laieninstruktion). Die thematischen Rubriken wie „Beratung und Seelsorge“ oder „Religion und Theologie“ werden in Zusammenarbeit mit kirchlichen Fachstellen entwickelt und zu korrespondierenden Angeboten im Netz verlinkt.
Kirchliche Online-Kommunikation erweist sich als sinnvoll
Bereits nach dem ersten Jahr der Pilotphase von KKSO kann eine positive Bilanz verzeichnet werden: Anbieter und Nutzer machen von den Dienstleistungen KKSO Gebrauch. Kirchenleitung, Geldgeber und kirchliche Mitarbeiter wurden in Funktionen und Angebote sowie Chancen und Gefahren der neuen Kommunikationstechnologie eingeführt. In ca. 50 Veranstaltungen und Beratungen bildete sich bei den Teilnehmenden fast einhellig die Meinung heraus, die Kirchen sollten die Online-Kommunikation nutzen. Über 30 Projektpartner nutzen die Online-Kommunikation (neben Recherchen und e-mail-Verkehr) als Anbieter von Webseiten. Stark vertreten im Web sind momentan Kantonalkirchen, Fachstellen, Medien und initative Organisationen (wie Jungwacht/Blauring oder der katholische Frauenbund). Durch die Zurückhaltung der Diözesen (Ausnahme Bistum Chur) werden pastorale Anliegen noch wenig ernstgenommen.
Trotz des noch bescheidenen Angebotes verzeichnete KKSO in der deutschsprachigen Schweiz auf den Homapages von kath.ch, kirchen.ch und zoom.ch im Dezember 1997 bereits 5´769 Anwendungen, bei denen durchschnittlich 13 Webseiten angewählt wurden (76´000 Hits). Werden die Seiten von katholischen Partnern mit eigenen Homepages dazugerechnet, verdoppelt sich die Zahl der Anwendersitzungen bzw. Hits.
Antrag für definitive Einführung von Katholische Kirche Schweiz Online
Aufgrund der positiven Bilanz beantragen die Projektleitung KKSO und der Vorstand KM beantragen bei Kirchenleitung (Schweizer Bischofskonferenz) und Geldgebern die definitive Einführung von Katholische Kirche Schweiz Online.
Der Zwischenbericht KKSO kann bestellt werden bei: Katholischer Mediendienst, Bederstrasse 76, Postfach 1860, 8027 Zürich. Tel: 044/204 17 70
