Lexikon des internationalen Films
Das „Lexikon des Internationalen Films“ bietet in seiner aktuelle Ausgabe 98 / 99 qualitativ gute Daten und sinnvolle Neuerungen, aber bei häufiger Benutzung auch Anlass zu Kritik.
Der Software-Gigant Microsoft hat anfangs Jahr die Produktion und Aktualisierung seiner CD-ROM „Cinemania“ eingestellt. Auch auf den entsprechenden Internetseiten wurde der Dienst quittiert. So hat man heute keine Auswahl mehr, wenn man sich eine elektronische Film-Enzyklopädie zulegen will oder muss, und kommt am „Lexikon des internationalen Films“ des Rowohlt Verlages nicht vorbei. Die Silberscheibe bietet eine multimediale Reise durch über 44´000 Kino- und Fernsehstreifen aus verschiedensten Genres des internationalen Films von 1945 bis 1998 an. Die Filme müssen mindestens eine Spieldauer von 60 Minuten haben, als Videokassette erschienen und in deutschen Kinos oder am Fernsehen gezeigt worden sein.
Herausgeber sowohl der Buchvorlage als auch der CD-ROM ist das Katholische Institut für Medieninformation (KIM) in Köln. Texte steuerten u. a. der deutsche „film-dienst“ und – für Schweizer Filme – „ZOOM, Zeitschrift für Film“ bei, was für die Qualität der Daten bürgt. Die Installation ist einfach, die modern gestaltete Benutzeroberfläche einfach und selbsterklärend.
Die Freitextsuche in den Kategorien Filmtitel, Person und Kurzbeschreibung ist eine sinnvolle Ergänzung zur älteren Version des Filmlexikons, zu dem in der aktuellen Ausgabe 98/99 gegenüber der von 96/97 etwa 4500 weitere Datensätze hinzugekommen sind. Neu können die Kurzkritiken als Textdateien exportiert oder gedruckt werden. Dies gilt jedoch nicht für die ausführlichen Kritiken. Weiter wartet die Scheibe mit einem Themenschwerpunkt „Western Spezial“ auf.
Der Datenbestand des Lexikons wächst von Jahr zu Jahr. Dieses Wachstum verursachen nicht allein die neuen Kinofilme, sondern auch ältere Filme, die ihre Uraufführung im Deutschen Fernsehen erfahren. Neben der Update-Version der CD-ROM, die alle zwei Jahre erscheint, bietet der Verlag ab diesem Sommer dreimal jährlich eine kostenlose Aktualisierung per Internet an. Die Adresse: http://www.kabel1.de/filmlexikon/ Die erste Aktualisierung liefert rund 700 zusätzliche Datensätze, die in die bestehende Sammlung integriert werden. Das Herunterladen gelang ohne grössere Schwierigkeiten, aber es ist Vorsicht geboten: Das Update ist nur für Besitzer der Ausgabe 98/99 geeignet, in ältere Ausgaben kann es leider nicht eingebunden werden!
So weit so gut. Doch die Benutzerschnittstelle lässt arg zu wünschen übrig. Auf den von uns getesteten Rechnern werden Textboxen mit Verzögerung dargestellt, das Blättern oder Suchen in den Daten dauert teilweise unanständig lange, die Anzeige von Schaltflächen verzögert sich und der (nervige) Sound lässt sich nur teilweise ausschalten. Zum Glück lässt sich das Intro per Mausklick an jeder beliebigen Stelle stoppen. Gerade weil die Daten des Lexikons für Filmrecherchen, – sei es für Journalisten, Lehrer, oder Filminteressierte -, sehr gut und nützlich sind, ist unverständlich, weshalb nicht eine spartanischere, dafür schnelle und professionelle Benutzerschnittstelle zur Verfügung gestellt wird. Gerne verzichtet man auf Bildchen, Filmchen und überflüssige Töne, wenn man dafür eine einfache Suche nach Personen oder Filmtiteln haben könnte. Das lange Warten ist im täglichen Gebrauch ein Graus.
Kaba Roessler, Webmaster zoom.ch
Lexikon des internationalen Films 97/98, Rowohlt/Systhema, Hybrid CD-ROM, Fr. 128.-, Update Fr. 78.-. Weitere Informationen unter
