Stabsübergabe im Katholischen Mediendienst (KM)

An seiner Sitzung vom 26. März 2002 verabschiedete der Vorstand des Katholischen Mediendienstes (KM) Matthias Loretan als Geschäftsführer. Auf den 1. April wird Charles Martig die Leitung des Katholischen Mediendienstes übernehmen.

Charles Martig studierte Theologie und Medienwissenschaften in Freiburg i. Ue. und Amsterdam. Seit acht Jahren wirkt er als Filmbeauftragter im KM. Im Dialog zwischen Film und Theologie schuf sich Martig sowohl als Publizist als auch als Lehrbeauftragter an der Universität Freiburg einen Namen. Als Leiter des Ressorts Film und Audiovision war Martig am Aufbau des ökumenischen Medienladens beteiligt. Durch geschicktes Verhandeln sicherte er der Dokumentation ZOOM eine Zukunft als Zweigstelle der Cinémathèque suisse in Zürich. Im Katholischen Mediendienst und bei den ökumenischen Projekten profilierte er sich durch die Einführung einer Marketingphilosophie, die ihre Dienstleistungen konsequent auf die Bedürfnisse der Zielgruppen ausrichtet. Charles Martig versteht den KM als Kompetenzzentrum für eine offene Kommunikationskultur. Insofern liegt sein Hauptanliegen im Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft.

Matthias Loretan leitete den Katholischen Mediendienst seit dem 1. Mai 1992. Nach dem Studium der Theologie und Kommunikationswissenschaft in Freiburg trat er im Sommer 1979 in den Dienst der kirchlichen Medienarbeit ein. Als Publizist der katholischen Arbeitsstelle für Radio und Fernsehen wirkte er als Film- und Medienkritiker und war Redaktor der ökumenischen Zeitschrift ZOOM. Während zwei Jahren führte der das Ressort Kultur und Gesellschaft am Gottlieb-Duttweiler-Institut in Rüschlikon. Kurz nach der Zusammenführung des Filmbüros und der Arbeitsstelle für Radio und Fernsehen übernahm er die Leitung des Katholischen Mediendienstes. Er führte intern eine neue Führungskultur mit Leistungsvereinbarungen ein und entwickelte den KM zum modernen Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Film und Audiovision, Radio und Fernsehen sowie Online- und Medienkommunikation in der deutschsprachigen Schweiz. Die Zusammenarbeit mit den Reformierten Medien und der Austausch mit ihrem Geschäftsführer Urs Meier befruchtete die Realisierung der zukunftsweisenden Projekte. Unter der Leitung von Loretan realisierte der KM das Internetportal kath.ch, das Webradio kath.ch, den Aufbau des Medienladens und die Lancierung der Internetpublikationen Medienheft und Medientipp. Bei insgesamt gleichbleibenden Finanzen mussten diese Projekte durch interne Umverteilungen und Reorganisationen umgesetzt werden. Dabei galt es Abschied zu nehmen von der Filmzeitschrift, von der Dokumentation und von dem Filmverleih ZOOM, für deren Weiterbestand nach Möglichkeit Lösungen mit säkularen Partnern gesucht wurden. Loretan reflektierte diese Entwicklungen in Publikationen sowie in theologischen und medienethischen Lehraufträgen in Freiburg und neuerdings auch in Zürich.

Präsident Willy Kaufmann würdigte an der Vorstandssitzung die Verdienste von Matthias Loretan. In einer Zeit einschneidender technischer und publizistischer Umbrüche hat er die Präsenz der Kirche im Medienbereich kompetent und zukunftsweisend mitgeprägt und dabei stets den Blick auf theologische und ethische Grundfragen freigehalten. Er hat nach seinem Entschluss zum Abschied nicht nur seine Nachfolge, sondern alle nötigen strukturellen Änderungen mit Umsicht in die Wege geleitet.

Willy Kaufmann, Präsident KM
Zürich, 26. März 2002