BILDUNG auf SF1 im Oktober: „Gefängniswelt“

(medientipp) Ob in den Gefängniszellen westlicher Industrienationen oder in der Dritten Welt: Auch heute noch geschieht hinter Gefängnismauern viel Unrecht. Die Arbeit der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, welche dieses Jahr ihr vierzigstes Jubiläum feiert, ist nach wie vor notwendig. Zu diesem Anlass zeigt BILDUNG auf SF1 im Oktober den Schwerpunkt „Gefängniswelt“. Ausstrahlungen jeweils am Freitag 01.40 Uhr und am Sams-tag, 10.00 Uhr.

Die Filme am 5. und 6. Oktober thematisieren die Todesstrafe. 3000 Menschen wurden letztes Jahr weltweit in 65 Ländern hingerichtet. Der Film „Verfahren 769“ dokumentiert die Exekution des wegen zweifachen Mordes verurteilten Robert Alton Harris. Die Angehörigen von Harris und die Angehörigen seiner Opfer schildern die nicht ganz planmässig verlaufene Exekution aus ihrer Perspektive.
Der Film „Todestrakt“ zeigt auf, wie das amerikanische Justizsystem im Falle der Todesstrafe funktioniert und wie ungleich die Chancen auf Gerechtigkeit verteilt sind. George W. Bush, ein dezidierter Befürworter der Todesstrafe, beaufsichtigte während seiner Gouverneurszeit in Texas 152 Hinrichtungen – unter anderem auch die Exekution von geistig behinderten oder zur Tatzeit minderjährigen Personen. Im Wahlkampf um das Präsidialamt argumentierten die Anhänger von George W. Bush zum Thema Todesstrafe mit der Gerechtigkeit. Allerdings mussten in den letzten 25 Jahren über 80 Todesurteile revidiert werden.

Nicht nur die Todesstrafe, auch lebenslängliche Haft oder unmenschliche Haftbedingungen können das Leben von Menschen zerstören. BILDUNG zeigt am 12. und 13. Oktober den Überlebenskampf im grössten Gefängnis Moskaus, wo den Menschen weniger als einen Quadratmeter Platz zugestanden wird, sowie im grössten Hochsicherheitsgefängnis Amerikas: „lebenslänglich“ ist dort wörtlich zu nehmen, denn 80 Prozent der Gefangenen kommen nicht mehr lebend heraus.

Wer sich mit Folter befasst, schaut in menschliche Abgründe. Am 19. und 20. Oktober geht BILDUNG zwei grundlegenden Fragen nach: Wie wird ein Mensch zum Folterer, und wie können Folteropfer nach einem so unvorstellbaren Trauma weiterleben? Ehemalige Folterer aus Argentinien, Südafrika, Israel und Frankreich sowie deren Opfer erzählen. Auch unter den Flüchtlingen in der Schweiz gibt es Überlebende von Folter, wobei auch Frauen betrof-fen sind.

Und wie ergeht es jugendlichen Delinquenten? In den vergangenen drei Jahren wurden in mehr als 50 Ländern Kinder im Gefängnis misshandelt. Der mehrfach preisgekrönte Film „Justice“ dokumentiert den Weg von zwei Jugendlichen durch das Justizsystem von Madagaskar. – Auch in westlichen Industrienationen gibt es fragwürdige Methoden im Umgang mit jungen Straftätern. In so genannten „boot camps“ in den USA werden Jugendliche mit Drill und Erniedrigung „auf den rechten Weg“ gebracht. BILDUNG zeigt die unterschiedlichen Resozialisations-Programme in den USA, Frankreich und Kanada.

5./6. Oktober: Gefängiswelt – Strafe Tod
„Verfahren 769“ und „Todestrakt“. Studiogast: Lukas Labhardt – Experte von Amnesty International im Bereich Todesstrafe

12./13. Oktober: Gefängniswelt – Überleben im Knast

19./20. Oktober : Gefängniswelt – Folterbestie Mensch
Studiogast: Dr. Conrad Frey, Leiter des Therapiezentrums SRK für Folteropfer

26./27. Oktober: Gefängniswelt – Kinder hinter Gittern
Mehrfach preisgekrönter Dokumentarfilm „Justice“. Studiogast: Dr. med. Gisela-Perren-Klingler, Ärztin der Psychiatrie für Kinder und Jugendliche, sowie Schweizer Vertreterin in der Kommission „Präventivmassnahmen für Folter“ der europäischen Menschenrechtskonvention.

Ausstrahlung jeweils am Freitag 01.40 Uhr und am Samstag, 10.00 Uhr auf SF1