Skagerrak

Von der Hand in den Mund leben die beiden Freundinnen Sophie und Marie oder besser gesagt von der Ölplattform ins Pub. Denn erst wird malocht und dann gemeinsam der Lohn verprasst. Schliesslich soll Marie für sich und Sophie auf leichtere Weise einen Batzen Geld verdienen und wird Leihmutter für eine reiche Adelsfamilie. Als ein schwerer Unfall passiert, macht sich Marie auf den Weg nach Glasgow. Dort trifft sie nicht nur einen Typen namens Gabriel samt seinen skurrilen Kumpeln sondern auch den angeblichen Exfreund von Sophie. Es braucht einige chaotische Wendungen und singende Iren vor einer Abtreibungspraxis, bis alle Fäden entwirrt sind und sich das Leben seinen Weg gebahnt hat.

Als «magischen Realismus» beschreibt der Däne Kragh-Jacobsen den Stil seines neuen Films. Schon der Titel spielt auf einen magischen Ort an, den Meeresarm Skagerrak, der die nördlichste Spitze Dänemarks umspült. Magisch und zugleich realistisch sind dann auch die Figuren inszeniert. Die Geschichte um Marie und ihre unverhoffte Schwangerschaft ist der zweite Teil einer Trilogie zum Thema «Hure und Heilige». Erfrischend und eindrücklich ist ernste Tragik mit purer Lebenslust verbunden. Dass dabei auch biblische Motive ganz ungewohnt aufbereitet werden, macht einen der Reize des Films aus.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«Skagerrak», Dänemark 2003, Regie: Søren Kragh-Jacobsen, Besetzung: Iben Hjejle, Bronagh Gallagher, Martin Henderson, Verleih: Monopole Pathé Films AG, Internet: http://www.pathefilms.ch