Zürcher Filmpreis für ZOOM Filmdokumentation

Die Stadt Zürich anerkennt die filmkulturell wertvolle Arbeit der ZOOM Filmdokumentation und verleiht einen ihrer diesjährigen Filmpreise an das verantwortliche Team. Mit der Auszeichnung wird das langjährige Engagement der Kirchen gewürdigt und gleichzeitig für die Zukunft der Dokumentation ein wichtiges Zeichen gesetzt.

Die ZOOM Filmdokumentation stellt die bedeutendste Sammlung filmpublizistischer Unterlagen in der deutschsprachigen Schweiz dar. Sowohl Professionelle aus der Filmbranche als auch filmkulturell Interessierte holen bei der Dokumentation Auskünfte ein, recherchieren vor Ort oder leihen Fotos aus. Die Redaktionen der kirchlichen Filmzeitschriften haben diesen Bestand über Jahrzehnte geduldig aufgebaut und entwickelt: der katholische Filmberater im 60. Jahrgang, das reformierte ZOOM im 52. Jahrgang, und seit 1973 die Zeitschrift ZOOM mit ökumenischer Trägerschaft. Seit dem Sommer 1999 bildet die Dokumentation ZOOM das Gedächtnis der Schweizer Kinozeitschrift FILM.

Kompetente Arbeit des Teams

Die Zürcher Filmkommission begründet ihren Entscheid: „Die Filmdokumentation ZOOM beruht auf der jahrzehntelangen Aufbauarbeit, die die Filmdienste der beiden grossen Landeskirchen geleistet haben; seit 1992 wird sie als ökumenische Institution mit Sitz in Zürich betrieben. In den neunziger Jahren wurde frühzeitig die Wichtigkeit der elektronischen Datenverarbeitung für diese Arbeit erkannt und ergänzend zu den beeindruckenden Beständen an Papierdokumenten eine umfassende Filmdatenbank aufgebaut. Von der grossen und kompetenten Arbeit profitieren Filmjournalisten, Filmstudierende und filmkulturelle Organisationen gleicherweise.“ Doch nicht nur die geleistete Arbeit in den Bereichen Archivierung, Dienstleistungen und Datenbankentwicklung wird anerkannt. Auch die Zukunftsperspektive spielt für die Auszeichnung eine wichtige Rolle: „An der Schwelle zu einem neuen Abschnitt – die Dokumentation wird ab nächstem Jahr zu einer Deutschschweizer Zweigstelle der Cinémathèque suisse – soll die im Stillen, aber konsequent, professionell und effizient erbrachte Leistung des verantwortlichen Teams (Charles Martig, Bernadette Meier, Peter F. Stucki, Franz Ulrich) gewürdigt werden.“

Wichtiges Zeichen für die Zukunft

Der Filmpreis hat eine wichtige Signalwirkung für die Zukunft der Filmdokumentation. Die Filmpublizistik gehört seit drei Jahren nicht mehr zu den Kernaufgaben kirchlicher Medienarbeit. Deshalb suchten die Reformierten Medien und der Katholische Mediendienst auf 2001 eine neue Trägerschaft für die Filmzeitschrift und die Filmdokumentation. Für Letztere fanden die kirchlichen Mediendienste im Schweizer Filmarchiv einen zuverlässigen Partner. Im April 2000 entschied der Stiftungsrat der Cinémathèque suisse, die Filmdokumentation als Zweigstelle in Zürich unter ihrer Verantwortung weiterzuführen. Sowohl das Bundesamt für Kultur als auch der Kanton Zürich und die Präsidialabteilung der Stadt Zürich haben sich bereit erklärt, die dazu notwendigen finanziellen Beiträge zu leisten. Diese Zusagen sind allerdings noch abhängig von Entscheiden im eidgenössischen Parlament sowie im Gemeinderat der Stadt Zürich. Der Standortkanton Zürich hat mit einer grosszügigen Überbrückungsfinanzierung bereits den Grundstein zur neuen Lösung gelegt.

Filmdaten sind mehr als „bits and bites“

Die ZOOM Datenbank bildet die Grundlage für Publikationen, für Recherchen und für Beratungsdienstleistungen. Sie verwaltet die Bestände zu rund 60´000 Filmtiteln und erschliesst den Zugang zu Dossiers über Filme, Personen, Sachthemen und Länder sowie zur Fotosammlung und zur Filmbibliothek. Die Datenbank ist entstanden in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Institut für Medieninformation in Köln (KIM), welches das „Lexikon des internationalen Films“ herausgibt. Mit dem Filmpodium der Stadt Zürich und mit dem Schweizerischen Filmzentrum besteht ein regelmässiger Datenaustausch. Die ZOOM Dokumentation engagiert sich bei der Koordination von Filmdaten in der Schweiz. Gemeinsam mit der Suissimage und dem Schweizerischen Filmzentrum wurde 1999 die Gesellschaft Film Data Network (FDN) gegründet, die im Auftrag des Bundesamtes für Kultur die Entwicklung sowie den Aufbau eines Datenrings plant und koordiniert.

Matthias Loretan
Geschäftsführer Katholischer Mediendienst

Verleihung „Auszeichnung für Filme 2000“

Samstag, 18. November, 17.00 Uhr
Filmpodiumkino „Studio 4“, Nüschelerstrasse 11, 8001 Zürich
Überreichung der Filmpreise 2000 der Stadt Zürich durch Stadtpräsident Josef Estermann mit anschliessender Filmvorführung und Apéro. Die Veranstaltung ist öffentlich und alle Interessierten sind eingeladen.