ZDFZoom. Europa im Umbruch

«Je weiter Sie nach Polen fahren, desto weniger wird die EU gemocht», erzählt der Historiker Werner Benecke und lässt seinen Blick von Slubice über den Grenzfluss rüber nach Frankfurt/Oder schweifen. Irgendwo dahinter liegt Berlin. Dort dominiert heute bei vielen eine nüchterne wirtschaftliche Sichtweise. Europa ist schön, solange es sich wirtschaftlich lohnt. Doch in den vielen anderen Ländern sorgt das für Verstimmung. Steckt Europa massiv in der Krise, wird der Nationalstaat wieder als die bessere Alternative gehandelt. Eine Million Polen leben in Grossbritannien – noch. Viele von ihnen sind schon wieder gegangen, zurück ins arme Ostpolen, nach Bialystok etwa – dort, wo die Nationalisten der PIS die Rückkehrer begrüssen und nichts mehr zu spüren ist vom Traum von Europa. Zukunft heisst hier Nation. In Portugal ist die Regierung ausgeschert aus dem Spardiktat, investiert, erhöht Löhne und hat Erfolg. Zwar sind Armut und Arbeitsmigration weiterhin hoch, aber populistischer Protest fehlt hier