Yella
Der Ausbruch aus einem tristen Leben und der gescheiterten Ehe in der ostdeutschen Provinz gelingt Yella dank ihrer Reise nach Hannover. Dort trifft die junge Frau auf das Milieu des Risikokapitals. Sie wird Geschäfts- und Liebespartnerin des Finanzhais Philipp. Doch sie kann ihre Vergangenheit nicht abschütteln. Verfolgt von ihrem Ex-Mann Ben und von seltsamen Geräuschen versinkt sie in ihrer Erinnerung.
Intelligent inszeniert Regisseur Christian Petzold in den Sekunden einer Nahtod-Erfahrung das mögliche Leben der jungen, ambitionierten Frau. Mit viel Gespür für Rhythmus, innere Beziehungen und einer suggestiven Raumdramaturgie entführt der Film in die dunkle Welt eines surrealen Märchens. Kühl und entlarvend ist dabei der moralische Blick auf die Mechanismen des Geldmarktes.
Der Film ist der dritte Teil von Petzolds „Gespenster-Trilogie“, in der die Figuren meist kraftlos und desorientiert durch ihr Leben streifen. Doch unter der Oberfläche der Handlung entwickelt „Yella“ eine lyrische Qualität. Es sind Leitmotive in wiederkehrenden Tönen und Bildern, die die eigentliche Geschichte erzählen und aus den Tiefen des Films aufsteigen. So wird die Aufbruchsstory der jungen Frau zu einem melancholischen Liebes- und Trauergedicht. An der Grenze zwischen Leben und Tod entsteht die erschreckende Vision eines besseren Lebens.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
„Yella“, Deutschland 2007, Regie: Christian Petzold; Besetzung: Nina Hoss, Devid Striesow, Hinnerk Schönemann; Verleih: Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch, Filmwebsite: http://www.yella-der-film.de
Kinostart: 11. Oktober 2007
Silberner Bär für beste Schauspielerin, Berlin 2007
