WSIS – Informationsgesellschaft global
(medientipp) Zwei Wochen vor dem UNO-Gipfel liegt das Dossier zur globalen Informationsgesellschaft des Medienhefts vor. Der „World Summit on the Information Society“ (WSIS), der vom 10. bis 12. Dezember in Genf stattfinden wird, behandelt nichts Geringeres als die Frage, wie wir künftig global kommunizieren wollen. Bereits die Vorbereitungskonferenzen haben gezeigt, dass das Verständnis von Kommunikation untrennbar mit der Kultur einer Gesellschaft verbunden ist. Und die Kulturen der 191 UN-Mitgliedstaaten, die am WSIS aufeinander treffen, könnten nicht unterschiedlicher sein. Da versuchen etwa Demokratien sich mit autoritären Staaten über Medienfreiheit zu verständigen. Kulturelle Diversität wird zwar hochgehalten, in keinem Verhandlungspunkt scheinen die Meinungen aber so divergent zu sein wie beim Recht auf Meinungsfreiheit. Wie frei also kann der Informationsfluss im Internet sein? Grosse Erwartungen werden in die neuen Medien gesetzt: Die technische Verbindung soll gesellschaftliche Vernetzung schaffen und damit weltweit soziale und wirtschaftliche Entwicklung bringen. Ob diese Hoffnungen in die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien berechtigt sind, wird sich zeigen. Sicher ist, dass eine globale Informationsgesellschaft weit mehr als nur einen „digitalen Graben“ zu überspringen hat. Letztlich geht es um interkulturelle Verständigung, und hierfür liefert der WSIS ein ebenso eindrückliches wie ernüchterndes Beispiel.
Das Dossier zum WSIS befindet sich im Internet unter:
http://www.medienheft.ch/dossier/aktuell/uebersicht.html
