Woman in Gold
Maria Altmann musste unter dramatischen Umständen aus dem Wien des Dritten Reichs nach Los Angeles fliehen. Viele Jahrzehnte später erfährt die Seniorin, dass sie die rechtmässige Erbin mehrerer Gemälde Gustav Klimts ist. Diese befanden sich im Besitz ihrer Familie, bevor sie von den Nazis enteignet und schliesslich in der Wiener Gemäldegalerie Schloss Belvedere ausgestellt wurden. Das berühmteste dieser Kunstwerke ist das Porträt von Marias Tante Adele Bloch-Bauer – weltbekannt als «Die Frau in Gold» und mittlerweile sozusagen die «Mona Lisa Österreichs». Zusammen mit einem jungen Anwalt beginnt Maria um die Restitution dieser Gemälde zu kämpfen. Dazu muss sie sich ihrer tragischen Vergangenheit stellen.
Der emotionale Film verzahnt mit überzeugenden Bildern und treffenden Dialogen das moderne Amerika mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust: Raffinierte Rückblenden in die Vergangenheit sind intelligent und teilweise mit erschreckender Dynamik umgesetzt. Die wahre Geschichte einer Familie geht sehr nahe und lässt die vielen anderen Schicksale erahnen, die es gegeben hat. An einer Stelle im Film wird das Wort Restitution definiert als etwas, das wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden soll. Keine Restitution kann jedoch die verursachten unermesslichen Leiden ungeschehen machen. Marias Blick in ihre Vergangenheit schmerzt und fordert heraus, weiter in der Zukunft zu bestehen.
Thomas Schüpbach, Pfarrer ref. Kirchgemeinde Zürich-Sihlfeld*
pfarramt@sihlfeld.ch
«Woman in Gold», USA 2015, Regie: Simon Curtis, Besetzung: Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl; Verleih: Ascot Elite Entertainment Group, Internet: http://www.ascot-elite.ch
Kinostart: 28. Mai 2015
*Thomas Schüpbach ist Mitglied im reformierten Arbeitskreis Kirche und Film. In loser Folge schreiben Pfarrpersonen und kirchliche Mitarbeitende aus dem Arbeitskreis Filmtipps.
