Wo ist das Haus meines Freundes? (Khane-ye doust kodjast?)

Mohammad (Ahmed Ahmed Poor), Zweitklässler in einer iranischen Dorfschule, wird von seinem Lehrer ermahnt, die Hausaufgaben nicht auf lose Blätter, sondern in sein Heft zu schreiben. Sollte er dies ein weiteres Mal vergessen, drohe ihm der Schulverweis. Sein Banknachbar, der achtjährige Ahmad (Babek Ahmed Poor), hat versehentlich Mohammads Schulheft eingesteckt; als er das bemerkt, eilt er auf eigene Faust ins Nachbardorf. Er muss Mohammad finden, doch er verläuft sich, irrt umher. Er kennt das Haus seines Freundes nicht … «Wo ist das Haus meines Freundes?» (Iran 1987) gibt Einblicke in fremde Lebensgewohnheiten und -umstände; der Film führt dem Zuschauer die strenge Erziehung und Unachtsamkeit der Eltern, den harten und einsamen Alltag der Kinder vor Augen. Mit scharfem Blick schildert Abbas Kiarostami das von patriarchalischen Strukturen bestimmte dörfliche Leben im Iran mit seinen Zwängen und Repressionen