Wissen. Komm süsser Tod
«Der Tod ist der Kunstgriff der Natur, viel Leben zu haben», dachte Goethe – und Evolutionsbiologen geben ihm recht. Die genetisch programmierte Lebensdauer von Organismen hat ungezählte, hochangepasste Arten und höhere Lebensformen hervorgebracht. Und Sterben, das grosse Ungewisse, birgt auch Trost: «Komm, o Tod, Du Schlafes Bruder», singt der Chor in einer Bach-Kantate. Christen gilt er als Tor zur Vollendung im Jenseits, Buddhisten und Hindus sehen im Tod nur einen Übergang in eine weitere irdische Existenz. Doch Weisheitslehren sind sich einig in der Warnung vor dem uralten Traum – auf Erden ewig leben zu können: «Dinge gewinnen nicht an Sinnhaftigkeit, wenn sie lange oder gar ewig dauern», schreibt ein britischer Philosoph
