Wilde Herzen (Les roseaux sauvages)
Sommer 1962 im Südwesten Frankreichs. Auf seiner Hochzeit ist der Bräutigam Pierre (Eric Kreikenmayer) in düsterer Stimmung: Er muss wieder zurück nach Algerien, in den Krieg. Auch der junge François (Gaël Morel) ist auf dem Fest, zusammen mit seiner besten Freundin Maïté (Elodie Bouchez) und deren Mutter (Michèle Moretti), der Sozialistin Madame Alvarez, die im Internat Literatur unterrichtet. Im Internat gilt François als Intellektueller. François entdeckt seine Homosexualität, während die scheue Maïté keinen Jungen an sich heranlassen will. Dann kommt ein neuer Schüler in die Klasse: Henri, 21 Jahre alt, ein Algerienfranzose mit klaren politischen Ansichten. Henri provoziert, fördert die Beziehung zwischen Serge (Stéphane Rideau) und François und weiht auch Maïté in das Geheimnis der beiden Jungen ein. Als Pierre in Algerien getötet wird, wachsen die Spannungen unter den vier jungen Leuten. Aufbruch, Erwachsenwerden – das sind bevorzugte Themen von Regisseur André Téchiné – auch in «Wilde Herzen» (FR 1994) sind sie zentral
