Wer hat Angst vor Sibylle Berg?
In Los Angeles besichtigt Sibylle Berg ihr Traumhaus, das leider nicht ihr, sondern einem schwerhörigen Milliardär gehört. Von Weimar ins Tessin gekommen hatte sie, völlig mittellos, eine Clownschule besucht, dort ihre ersten Schweizer Jahre verbracht. In Zürich, wo sie in einer Eigentumswohnung lebt, gibt sie ein ausführliches Interview. Bei den Stuttgarter Theaterproben zu einem ihrer Stücke kann man sie «bei der Arbeit» erleben. Sibylle Berg liebt es, wenn dabei etwas für sie Überraschendes passiert, um darüber zu twittern. So hält sie Kontakt zu ihren Lesern. Diese Einlassungen werden gekonnt beiläufig in den Film integriert. Der Film setzt sich voller Humor mit den Gesetzmässigkeiten eines sogenannten Schriftstellerportraits auseinander. Die Autorinnen begleiten ihre Protagonistin beim Spazierengehen, an die Orte ihrer Vergangenheit und führen ein «ellenlanges» Interview auf dem heimischen Sofa. Was Sibylle Berg in diesen Situationen über sich preis gibt, ist erfrischend anders und oft bissig-unterhaltsam
