«Welcome to Iceland»: Retrospektive Felix Tissi

(medientipp) Der Filmstart von Felix Tissis neuem Spielfilm «Welcome to Iceland» am 5. Mai ist für das Kino Rex in Bern, das Filmpodium in Biel und das Kino Stüssihof in Zürich Ende April bis Mitte Mai Anlass für eine Retrospektive.

Die Retrospektive beschränkt sich auf vier Filme des in Schaffhausen geborenen und in Bern lebenden unabhängigen Drehbuchautors und Regisseurs: «Who’s next?» (1999) mit Rossanna Mortara und Yves Progin über den Kuhhirten Max, den es nach Rom verschlägt, wo er seine grosse Liebe trifft. «Aus heiterem Himmel» (1991), den pointenreichen Film, in welchem der Fotograf Chäschpu beim Cup-Final das entscheidende Tor verpasst. «Schlaraffenland» (1995) über Menschen auf einem Schrottplatz, den die Presse als «kleines Kinojuwel» gelobt hat. «Viva la muerte» (2000),eine Meditation über Leben und Tod, Licht und Schatten, Traum und Wirklichkeit, für welche Felix Tissi nach Mexiko gereist ist.

Von Beziehungskrisen und Selbstmordabsichten
[bild57006|25872lw160h90c-]Die neue Geschichte «Welcome to Iceland» (2016), mit ihren öfter sowohl skurril wie banal wirkenden Dialogen, die sich der Autor ausgedacht hat und im unwirtlichen Hochland Island situiert, könnte ebenso gut in einem anderen Wüstengebiet oder sogar in unserer eigenen Umgebung angesiedelt sein, fänden die Figuren des kammerspielartigen Settings am Ende nicht alle nacheinander an die Küste zurück, wo sie im isländischen Gasthof von einem bärtigen allwissenden Wirt betreut werden. Da erfährt der Zuschauer schliesslich, wer im Sarg liegt, der am Anfang in die Kirche getragen wird. [bild57007|25872rw160h90c-]Der Geschäftsmann im eleganten Regenmantel (Dominique Jann), der sich mit Selbstmordabsichten von einem Kleinflugzeug absetzen lässt und bald darauf einem Liebespaar begegnet, das seine Beziehungskrise nicht nur der Autopanne schuldet, während die mit Zelt und ausreichend Verpflegung ausgerüstete vierköpfige Familie (Julia Brendler und Markus Signer) offenbar eine Überlebensübung absolviert und eigentlich keinen Kontakt zu anderen sucht, sind Menschen, wie sie in ihrer Brüchigkeit und Verlorenheit auch in unseren Gassen unterwegs sind. Deshalb: Ins Kino gehen statt nach Island reisen!

Hans Hodel, ehemaliger reformierter Filmbeauftragter

 

Spielstätten, Termine, Programm der Retrospektive:

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«Welcome to Iceland», Schweiz 2016, 96 Minuten. Regie: Felix Tissi. Besetzung: Dominique Jann, Maryam Zaree, Nicola Mastroberardino, Marcus Signer, Julia Brendler; Verleih: Aardwark Film Emporium, http://www.aardwarkfilm.ch, Filmwebsite: http://www.welcometoiceland-themovie.com