Wall Street – Money never sleeps
Gordon Gekko ist wieder da, gealtert zwar, aber genauso smart, charmant und doppelzüngig wie vor 22 Jahren. Der ehemalige Topbanker hat eine Haftstrafe für Insidergeschäfte abgesessen und kommt zu einer Zeit zurück nach Manhattan, in der Gier zum Alltag an der Wall Street gehört. Es ist der Vorabend des Börsencrashs von 2008, als der junge Broker Jacob um Gekkos Gunst buhlt. Er ist mit dessen Tochter liiert, die mit dem Vater gebrochen hat und eine linke Website betreibt – non-profit versteht sich. Jacob spielt zwar mit Haut und Haaren in der Finanzwelt mit, doch hat er sich eine Portion Idealismus bewahrt.
Starregisseur Oliver Stone knüpft an einen seiner grössten Erfolge – «Wall Street» von 1987 – an. Kamera, Schnitt und Erzähltempo zeugen von Stonescher Perfektion, gute Unterhaltung, die uns die Welt der Reichen und Gierigen vorführt. Die Bildsprache ist wenig tiefsinnig: Ohrgehänge und geliftete Gesichter sprechen für sich, die Kamera lässt Seifenblasen nicht aus dem Blick, während von Finanzblasen die Rede ist. Ähnlich vorhersehbar ist die Handlung, die verlorene Söhne, verlorene Väter und eine verlorene Tochter umspielt. Die Finanzkrise gerät darüber zwar nicht in den Hintergrund, wird aber bis auf wenige Szenen und geschliffene Dialogzeilen nicht kritisch durchleuchtet. Das Juwel, das den Film zum Strahlen bringt, ist Michael Douglas, der erneut in der Rolle Gekkos brilliert.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«Wall Street – Money never sleeps», USA 2010, Regie: Oliver Stone, mit: Michael Dougles, Shia LaBeouf, Carey Mulligan, Susan Sarandon, Verleih: Fox-Warner, http://www.fox-warner.ch, Filmwebsite: http://www.wallstreetmoneyneversleeps.ch
Kinostart: 21. Oktober 2010
