Vulva und Vagina

Die weiblichen Geschlechtsorgane waren lange unerforscht und mit grosser Scham behaftet. Im Unterschied zum Penis können die wenigsten eine anatomisch korrekte Vulva oder Vagina zeichnen. Schon die Benennung ist meist falsch: Vulva, das äusserlich sichtbare Genital, umfasst Venushügel, Schamlippen und den äusseren Teil der Klitoris. Die Vagina verbindet die Vulva mit dem Muttermund und der Gebärmutter. Feministinnen verwenden heute vermehrt den Begriff «Vulvalippen» anstelle von «Schamlippen», um den Begriff «Scham» zu vermeiden. Unbehagen und Unkenntnis wirken sich auch auf die Sexualität aus. Wo genau entsteht das Vergnügen der Frau? Ist der Bereich innerhalb der Vagina oder ausserhalb an der Klitoris das eigentliche orgastische Zentrum? Ohne die Klitoris geht jedenfalls gar nichts. Im Kantonsspital Luzern ist die bisher grösste Vulva-Studie der Welt durchgeführt worden. Das Interesse an den äusseren weiblichen Genitalien wächst nicht nur in Medizin und Wissenschaft. Frauen und Mädchen setzen sich verstärkt mit ihren Vulven auseinander. Das kann zu mehr Selbstbewusstsein und einer befriedigenderen Sexualität führen – oder zu Verunsicherung und einem übersteigerten Schönheitsideal