Von der Dunkelheit ins Licht
Die Geschichte der urbanen Beleuchtung verläuft an der Schnittstelle zwischen Ordnung und Chaos. Was als Instrument polizeilicher Kontrolle gedacht war, eröffnete den Menschen neue Freiheiten. Mit dem Verschwinden der Dunkelheit erwachte das Nachtleben. Licht im öffentlichen Raum vermittelt das Gefühl von mehr Sicherheit. Diesem Glauben widersprechen Kriminalstatistiken und Experimente, bei welchen Stadtverwaltungen ihre Strassenbeleuchtung nachts abschalteten. Das Ergebnis: Umfassenden Schutz bietet die Dunkelheit. Dass Menschen sich auf erleuchteten Strassen und Plätzen sicherer fühlen, ist ein rein kulturelles Konstrukt, dessen Entwicklung man über die Jahrhunderte hinweg verfolgen kann. Grund für das erhöhte Sicherheitsempfinden sind die begrenzten Fähigkeiten des Menschen. Unfähig im Dunkeln zu sehen, kann der Mensch durch Kunstlicht seine unmittelbare Umgebung visuell erfassen
