Volker Schlöndorff – Ein Leben für das Kino
Volker Schlöndorff hat sich sein Leben lang mit Identitätsfragen auseinandergesetzt: Wie baut man, fern des eigenen Landes, eine «nationale Identität» auf? Wann und warum fühlt man sich einem Land zugehörig? Holt einen die eigene Herkunft, nach besten Kräften geleugnet, zwangsläufig wieder ein? Der Filmemacher gehört zu jener Generation junger Deutscher, die mit den ererbten Schuldgefühlen der NS-Zeit aufwuchs und die Elterngeneration als Mittäter verabscheute, die zu jeglicher Selbstkritik unfähig schien. Seine Auswanderung nach Frankreich noch im Teenageralter wirkte wie eine Flucht vor der eigenen Staatsangehörigkeit. Nur wenige Künstler haben die Geschichte ihres eigenen Lands so eingehend beleuchtet wie er, haben dessen Schattenseiten erforscht, nach dem Ursprung des Bösen gesucht und die fehlenden Kapitel der zeitgenössischen Geschichte mit den Mitteln der Fiktion so treffend dokumentiert. Volker Schlöndorff ist das schlechte Gewissen Deutschlands – und machte seine Werke mit diesem kritischen Ansatz zu Oden an seine Heimat
