Vier Saiten

Der ehemalige Cello-Star Karl Michaeli (Otto Schenk) ist ein Miesepeter. Esther Polgar (Marianne Mendt), die freigeistige Eigentümerin des Wiener Zinshauses, in dem er lebt, kann ein Lied davon singen. Die Flüchtlinge, die Esther beherbergt, sind Karl ein Dorn im Auge. Bis Hamid (Omid Memar), ein 16-jähriger Syrer, bei ihm einbricht. Der vermeintliche Kriminelle erweist sich als musikalisch hoch talentiert. Karl könnte das nachzuholen, was er bei seinem Sohn versäumt hat. Michael Kreihsl skizziert in «Vier Saiten» (AT 2020) feinfühlig ein Migrationsschicksal, das aufzeigt, wie unsere gesättigte Gesellschaft Flüchtlinge unterschätzt und wie einfach Integration möglich wäre. Die humanistische Grundidee wird durch den subtilen Humor nicht dem Kitsch überlassen