Veränderungen in der Ökumenischen Mediengruppe

Der Katholische Mediendienst und die Reformierten Medien unterhalten gemeinsam verschiedene Dienstleistungen, insbesondere den „Medienladen“ und die Online-Publikationen „Medientipp“ und „Medienheft“, ferner die „ZOOM Dokumentation für Film“ und den „ZOOM Film- und Videoverleih“. Vor einigen Jahren wurden Umstrukturierungen der Ökumenischen Mediengruppe eingeleitet, die nun erfolgreich abgeschlossen sind.

Auf Ende 2001 werden die beiden ZOOM-Dienstleistungen aus der Ökumenischen Mediengruppe ausgegliedert und an neue Trägerschaften übergeben. „ZOOM Dokumentation für Film“, die bedeutendste derartige Stelle der Deutschschweiz, wird ab 2002 als Zweigstelle der Cinémathèque Suisse geführt. Sie bleibt am bisherigen Domizil beim Katholischen Mediendienst und wird weiterhin mit den kirchlichen Filmbeauftragten regen Austausch pflegen. Neben der engen Verbindung mit dem Mutterhaus in Lausanne wird die Zweigstelle der Cinémathèque Suisse auch vermehrt mit dem filmwissenschaftlichen Seminar der Universität Zürich zusammenarbeiten.

Der „ZOOM Film- und Videoverleih“ wird zum gleichen Zeitpunkt jener Familienfirma übergeben, die jetzt schon das Handling besorgt: Die von Frau und Herrn Steiner in Zürich geführte Head Film AG übernimmt das 16mm Filmprogramm von ZOOM und jenen Teil des ZOOM-Videoangebots, das nicht in den Medienladen verlegt wird. Die Ökumenische Mediengruppe überlässt Head Film das ZOOM-Material und so weit möglich die Verleihrechte und bietet der neuen Trägerin so die Chance, den Verleihbetrieb so lange kostendeckend weiterzuführen, wie es eine relevante Nachfrage nach 16mm Filmen noch gibt. Die Head Film wird das von der Ökumenischen Mediengruppe übernommene Programm weiterhin unter dem vertrauten Markennamen ZOOM anbieten.

Damit hat die vor einigen Jahren eingeleitete Umstrukturierung der Ökumenischen Mediengruppe ihr Ziel erreicht. Der gemeinsame Bereich der Reformierten Medien und des Katholischen Mediendienstes ist klar gruppiert und auf die Kernaufgaben der kirchlichen Medienarbeit ausgerichtet. Mit dem „Medienladen“, dem „Medientipp“ und dem „Medienheft“ offerieren sie Dienstleistungen und Beratung für kirchliche Praxis und Bildung sowie Diskussionen und Orientierung zu Fragen der gesellschaftlichen Kommunikation.

Bei ihrer Restrukturierung hat die Ökumenische Mediengruppe Wert darauf gelegt, die nicht mehr zu ihrem Kerngeschäft zählenden Bereiche nicht einfach abzustossen, sondern ihnen die bestmöglichen Startbedingungen zu geben mit sachlich passenden und qualifizierten Trägern. Trotz der Auslagerung bleiben deshalb die Dienstleistungen bestehen, und es gehen keine Arbeitsplätze verloren.

Bereits im Sommer 1999 wurde die damalige Filmzeitschrift „ZOOM“ von der Ökumenischen Mediengruppe abgetrennt und in eine neue Zeitschrift mit einer eigens geschaffenen Trägerschaft überführt. Das so entstehende Kinomagazin „FILM“ setzte die Tradition von „ZOOM“ in ambitionierter Weise als deutsch und französisch erscheinendes schweizerisches Kinomagazin fort. Anfangs waren die kirchlichen Mediendienste in der Stiftung Ciné-Communication minoritär vertreten, um das Projekt fachlich zu begleiten. Zudem förderten sie es mit sehr namhaften Beiträgen im Sinn einer Anschub-Finanzierung. Als Redaktion und Geschäftsführung von „FILM“ im Einverständnis mit der Mehrheit des Stiftungsrats sich für einen neuen Kurs des Magazins entschieden, zogen sich die kirchlichen Mediendienste aus der Stiftung zurück. „FILM“ versuchte, nachdem die Unterstützung durch die Organe der Filmbranche und die erhofften Sponsoren und privaten Förderer weitgehend ausgefallen waren, als filmorientiertes Lifestyle-Magazin zum kommerziellen Erfolg zu kommen. Dabei wurden riskante Investitionen in Marketing und Dotierung der Redaktion getätigt, die zu einer Überschuldung führten. Nach der Augustnummer 2001 konnte das Heft nicht mehr erscheinen, und am 9. Oktober wurde der Konkurs angemeldet. Die Ökumenische Mediengruppe versucht nun darauf hin zu wirken, dass den Abonnenten als Ersatz ein Wechsel zum vierteljährlich erscheinenden Magazin Filmbulletin angeboten wird. Bisher wurden die Abonnenten nur mit einem kürzlich auf der Homepage veröffentlichen Brief des Stiftungsratspräsidenten orientiert.

Die Geschäftsführer und die Filmbeauftragten der Reformierten Medien und des Katholischen Mediendienstes bedauern das Scheitern von „FILM“. Obschon die neue Linie des Magazins nicht mehr ihren Interessen entsprach, ist dessen Verschwinden ein Verlust.
 
 
Urs Meier, Mitglied des Vorstands der Ökumenischen Mediengruppe und Geschäftsführer Reformierte Medien