Una mujer fantástica

Mi 20.09.,
medientipp

Marinas Lebensgefährte Orlando bricht eines Nachts unerwartet zusammen. Im Krankenhaus können die Ärzte nur noch den Tod Orlandos feststellen. Es ist ein starker Moment der Trauer, aber auch eine Geschichte der Diskriminierung, die nun anhebt. Die Verwandten versuchen mit allen Mitteln, die Transgender-Frau Marina aus der gemeinsamen Wohnung zu drängen und ihr den Zugang zur Abdankung zu verweigern. Als einer der intensivsten Filme aus dem Wettbewerb der Berlinale sticht die Geschichte von Sebastián Lelio aus dem spätsommerlichen Kinoprogramm hervor. Besonders stark ist die schauspielerische Leistung von Daniela Vega, die die Transgender-Frau verkörpert. In dieser Geschichte wird das Drama einer Beziehung deutlich, die nicht existieren darf. Da Marina nicht in einer eingetragenen Partnerschaft mit Orlando lebt, droht sie im Moment des Verlustes alles zu verlieren. Neben dem Schock des Todes sind es vor allem die starren, gesellschaftlichen Konventionen, die Ablehnung und der Hass der Angehörigen, die ihr schwer zu schaffen machen. Lelio geht diese Geschichte mit einer engagierten Haltung an, zeigt Alltag und Gefühle der Transgender-Frau im Moment ihrer Betroffenheit und ihres Kampfes um das Recht auf Trauer. Dabei gibt der Film einen Blick auf die Befindlichkeit von Transmenschen frei, der sich in poetischen und unvergesslichen Bildern manifestiert. Starkes Gefühlskino mit Bildern von Trauer und Befreiung.

Charles Martig, Filmjournalist Katholisches Medienzentrum

«Una mujer fantástica» («A fantastic Woman»), Chile 2017, Regie: Sebastián Lelio, Besetzung: Daniela Vega, Francisco Reyes, Luis Gnecco, Aline Küppenheim, Amparo Noguera; Verleih: Pathé Films, Internetseite: http://www.pathefilms.ch/

Kinostart: 31.08.2017