Un petit coin de paradis…

Im Weiler Ossona im Val d’Hérens im Kanton Wallis werden die Felder nach einer 40-jährigen Brache wieder wirtschaftlich genutzt. Die Kino-Ethnographin Jacqueline Veuve begann mit ihren Dreharbeiten zum Zeitpunkt der „landwirtschaftlichen Revitalisierung“. In ihrer Studie beobachtete sie während drei Jahren die Menschen, mit ihrem Bezug zur Tradition des Ortes und dessen Veränderung. Entstanden ist ein spannender Austausch zwischen drei Generationen: Die Grosseltern mit ihren Erinnerungen an die „guten alten Zeiten“, Teenager aus einer multikulturellen Jugendkultur mit ihren Erwartungen an die Zukunft und dazwischen die Generation der produktiven Bauern und Projektleiter.

Das kleine Paradies ist als Film und als Landstück eine Projektionsfläche für ganz unterschiedliche Vorstellungen und Lebensentwürfe. Dabei interessiert sich der Dokumentarfilm vor allem für den schnellen Wandel der Landschaft und wie sich damit die Geschichte der Menschen verändert. Jacqueline Veuve engagiert sich wie bereits in früheren Filmen für das Tradieren der Lebensweisen. Kritik an den Erinnerungen der Alten, den Wünschen der Jungen oder an den Grenzen der Machbarkeit bei den Projektverantwortlichen hat in dieser teilnehmenden Beobachtung durchaus Platz. Sie tritt jedoch in den Hintergrund, wenn es um den Blick auf das kleine Paradies geht.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

„Un petit coin de paradis…“, Schweiz 2008, Dokumentarfilm, Regie: Jacqueline Veuve,; Verleih: JMH Distributions SA, Internet: http://www.jmh-distribution.ch, Filmwebsite: http://www.jacquelineveuve.ch/dsp_1f.php?lg=de&fid=63

Kinostart: 17. Mai 2009