Touch the Sound

«In allem, was wir sehen, ist Klang.» sagt Evelyn Glennie, eine Perkussionistin der Sonderklasse. Der neue Dokumentarfilm von Thomas Riedelsheimer («Rivers and Tides») porträtiert diese aussergewöhnliche Frau und lehrt im Sehen das Hören und im Hören das Sehen. Was die Ohren vom ersten Moment an wahrnehmen, bewirken die Bilder bald auch für die Augen: Rhythmus und Klang, die Abwechslung von Ton, Geräusch, Stille. Damit umkreist er seine beeindruckende Hauptfigur, die wohl erfolgreichste Perkussionistin der Welt, die nach herkömmlichen Kriterien zu 80% taub ist. In ihrer Kindheit verschlechterte sich ihr Gehör zunehmend, und doch hat sie daran festgehalten, Musikerin zu werden. Sie entdeckte an sich selbst, dass Musik vielfältiger wahrgenommen werden kann als bloss über die Ohren. Der Film zeigt sie bei Improvisationen, Klangexperimenten in der freien Natur, beim Unterricht und im Engagement für einen differenzierteren Umgang mit so genannter Taubheit. Und mehr noch als er Musik zeigt, ist er selbst Musik, Pulsieren und Tönen. So ist „Touch the Sound“ ein Dokumentarfilm der Sonderklasse, der die Sehnsucht weckt, den Klang in allem zu suchen, was wir sehen.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«Touch the Sound», D/UK 2004, Regie: Thomas Riedelsheimer; Dokumentarfilm über und mit Evelyn Glennie, Fred Firth; Verleih: LOOK NOW!, Internet: http://www.looknow.ch, Filmwebsite: http://www.touch-the-sound.de

Kinostart: 30. Dezember