Theo.Logik. Exzess, Ekstase, Entgrenzung: Gedanken über den Rausch
Rausch und Religion – da gibt es eine Verbindung, schon vor Karl Marx und seiner Diagnose, Religion als «Opium des Volkes». Rauschmittel spielen eine Rolle in den Glaubensrichtungen, etwa der Wein im christlichen Gottesdienst, der allerdings in Massen genossen werden soll, Cannabis bei den Rastafaris auf Jamaika oder halluzinogene Pflanzen bei indigenen Völkern auf dem amerikanischen Kontinent. Doch, dass Berauschung nicht immer eine Droge braucht zeigt zum Beispiel der Sufismus, eine mystische Strömung des Islam: Allein durch seinen Tanz, die Drehung um die eigene Achse versuchen die «Derwische» eine Verbindung zu Gott herzustellen. Ähnliche Formen der Ekstase finden sich auch in der Praxis der Lobpreis-Gottesdienste, bei der das Gebet in energischer Hingabe zu christlicher Rockmusik praktiziert wird. Warum brauchen wir den Rausch? Die Ekstase und Entgrenzung durch körperliche oder geistige Aktivität, durch Gebet, Tanz und Meditation? Und warum brauchen wir als Gesellschaft hin und wieder den ganz banalen Rausch durch Bier, Wein und Schnaps – wie jetzt im Fasching und Karneval?
