The World is Big and Salvation Lurks around the Corner

Alex überlebt einen Unfall, weiss aber nicht mehr, wer er ist. Und allem Anschein nach, will er es gar nicht so recht wissen. Doch sein Grossvater, der eigens aus Bulgarien gekommen ist, lässt nicht locker und überredet ihn dazu, mit ihm von Deutschland zurück in sein bulgarisches Heimatdorf zu reisen – und zwar auf dem Tandem. Unterwegs führt er ihn (erneut) in die hohe Kunst des Backgammonspiels ein. Eine kuriose Reise in die eigene Vergangenheit, die natürlich Zukunft eröffnet. Ein schöner Plot, den der Film liebevoll aufnimmt, ein klarer Fall von Publikumspreis, auch am Zurich Filmfestival. Er findet mal charmante, mal sentimentale Bilder, bleibt aber harmlos und ein wenig vorhersehbar.

Mit schwungvollen osteuropäischen Melodien untermalt er die Leichtigkeit des Seins, auch in den Rückblenden. So erscheinen das Leben in der kommunistischen Diktatur und die Flucht von Alex und seinen Eltern nostalgisch eingefärbt. Nur selten blitzt die Härte des Regimes auf, etwa wenn ein Staatsbeamter das Backgammonbrett benutzt, um den Grossvater zu schlagen. Die schweren Seiten, in denen keine Rettung um die Ecke linst, werden nur angedeutet. Wie lange muss der Grossvater im Gefängnis für die Republikflucht seiner Tochter büssen? Warum zerbricht die Ehe der Eltern? Dies scheint alles nicht so wesentlich wie die Beziehung zum Grossvater, die letzten Endes ins Leben führt.

Christine Stark, Reformierte Filmbeauftragte
christine.stark@ref.ch

„The World is Big and Salvation Lurks around the Corner“, Bulgarien/Deutschland 2008, Regie: Stephan Komandarev, Besetzung: Miki Manojlovi, Carlo Ljubek, Anna Papadopulu; Verleih: Filmcooperative Zürich, Internet: http://www.filmcoopi.ch, Filmwebsite: http://www.theworldisbig.com

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