The Sapphires

Ein Wohlfühl-Film für den Sommer, aber nicht nur das, sondern auch ein Musikfilm mit sozialpolitischen Untertönen ist «The Sapphires». Mit den Edelsteinen sind vier Aboriginemädchen aus Down Under gemeint, die sich als Soulband eine Karriere aufbauen möchten. Sie geraten dabei an einen bärbeissigen und eigenwilligen Musikproduzenten, der die Gruppe nach Vietnam vermittelt. Es ist das Jahr 1968 und die Girls sollen die amerikanischen Truppen unterhalten. Was auf den ersten Blick gut beginnt, nimmt bald eine verheerende Wende. Dabei werden die vier jungen Frauen mit all ihren Konflikten und Sorgen als Schwestern zusammengeschweisst. Im Hintergrund schwelt nämlich eine tragische Familiengeschichte.

Dass der Vietnamkrieg eine ausgesprochene Leichtigkeit annimmt, hängt mit dem beschwingten Einsatz und der Grundbotschaft der Soulmusik zusammen: Wenn du Verluste erleidest und trauerst, stehst du immer wieder auf und singst weiter. Aus dieser befreiungstheologischen Sicht singen sich die vier jungen Frauen durch ihr Schicksal bis sie wieder in ihr Heimatland Australien zurückkehren dürfen. Die Reise wird zur Metapher für das Erwachsenwerden, aber auch zum Wagnis, das diese Frauen eingehen. Sie könnten alles verlieren, doch gewinnen sie sich selbst und das Vertrauen in ihre Identität als Aborigines. Der Film vermittelt mit ausgesprochener Verve den Glauben an die heilende Kraft des Souls.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«The Sapphires», USA 2013, Regie: Wayne Blair, Besetzung: Chris O’Dowd, Deborah Mailman, Jessica Mauboy, Shari Sebbens, Miranda Tapsell; Verleih: Ascot Elite Home Entertainment Group, http://www.ascot-elite.ch

Kinostart: 15. August 2013