The Road
Ein Endzeitszenario der besonderen Art: Der Himmel ist grau, Erdbeben sind an der Tagesordnung. Die Wälder sind abgeholzt und Tiere sind ausgerottet. Vater und Sohn ziehen durch ein zerstörtes Amerika. Sie kommen an leeren Häusern und unbefahrenen Autostrassen vorbei. Doch das eigentlich Furchterregende ist nicht die Natur im Endstadium, sondern die Menschen. Sie werden untereinander zu Wölfen. Hier gilt das Gesetz des Stärkeren. Manche schrecken selbst vor Kannibalismus nicht zurück. Der Vater schützt seinen Sohn vor dieser lebensfeindlichen Welt um jeden Preis. Wie kann ein Kind in dieser Hölle überleben? Diese Frage stellt der Film eindringlich und folgt dem gleichnamigen Roman von Cormac McCarthy.
Unterbrochen wird diese düstere Welt nur von den Erinnerungen und Träumen des Vaters – sehr eindringlich verkörpert von Viggo Mortensen. Er imaginiert das Leben mit seiner Frau, wobei die Erinnerungen von warmen Farben durchströmt sind. Die Liebe ist immer noch präsent und die Wärme dieses Lichts erhält den Vater am Leben. Er erklärt dem Sohn, dass er die «Flamme» im Herzen aufrecht erhalten soll. Dieser Lebensfunke ist mehr als ein Versatzstück des Hollywoodkinos. Überzeugend wird der Glaube an ein besseres Leben – wider alle Faktizität – inszeniert. Das Kind erscheint dabei als «Engel» oder als «Gott», das die Leerstelle in dieser lebensfeindlichen Welt darstellt.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«The Road», USA 2009, Regie: John Hillcoat, Besetzung: Viggo Mortensen, Guy Pearce, Charlize Theron, Robert Duvall; Verleih: Ascot Elite, Internet: http://www.ascot-elite.ch, Filmwebsite: http://www.theroad-movie.com
Kinostart: 2. Dezember 2010
| Buch: Cormac McCarthy: Die Strasse, Rowohlt 2008, SFr. 14.50, ISBN 3-499-24600-7. Hörbuch: Cormac McCarthy: Die Strasse ungekürzt gelesen von Christian Brückner, 6 CDs, 462 Minuten, Parlando Verlag, Sfr.49.90, ISBN 3-935125-75-5. |
