The Nativity Story

Ein Jahr im Leben der Maria von Nazareth, das mit der Geburt ihres Sohnes Jesu und der Flucht nach Ägypten schliesst. Mit dieser Weihnachtsgeschichte im historisierenden Stil bringt Fox-Warner einen explizit religiösen Film ins Kino. Die konventionelle Bibelverfilmung überzeugt durch die glaubwürdige Inszenierung eines Entwicklungsdramas. Maria und Josef als junges Paar gezeigt, das sich im Konflikt mit Familie und Dorfgemeinschaft zu einem gemeinsamen Lebensweg durchringt. Ein Glücksfall ist Keisha Castle-Hughes, die der Maria ein authentisches Gesicht gibt. Der Versuch, die Marienfigur aus der Ikonographie der Gottesmutter zu lösen und ihr einen „Sitz im Leben“ zu geben ist deutlich sichtbar.

Bibeltheologisch kombiniert der Film die Erzählungen von Lukas und Matthäus mit der Messias-Prophezeiung bei Jeremias. Auch wenn die Engel-Darstellung und die Krippenszene sehr statisch wirken, so ist der Film doch ein Beitrag zur Advents-Besinnung im Kino. Vor allem der erste Teil über das Leben in Nazareth unter der Herrschaft von Herodes bringt spannende und kenntnisreiche Details aus dem Leben der Bauern und Handwerker in Palästina zur Zeit von Jesu Geburt. Besonders die Begegnung mit den Frauen dieser Zeit ist auffallend: Anna, die Mutter von Maria, ihre Cousine Elisabeth und eine jüdische Lehrerin im Dorf mit Namen Ruth sind Ansätze eines Frauenbildes, das zwar nicht revolutionär, aber für einen Mainstream-Film doch bemerkenswert ist.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«The Nativity Story» («Es gab sich aber zu der Zeit …»), USA 2006, Regie: Catherine Hardwicke, Besetzung: Keisha Castle-Hughes, Shohreh Aghdashloo, Oscar Isaac; Verleih: Warner Bros. Pictures Switzerland, http://www.warnerbros.ch, Filmwebsite: wwws.warnerbros.de/nativitystory

Kinostart: 7. Dezember

Ein Dossier zu Marienbildern im Kino ist auf dem Portal kath.ch abrufbar:
http://www.kath.ch/index.php?&na=11,10,0,0,d,18455