The Namesake

Die Regisseurin Mira Nair, als Inderin mit Havard-Ausbildung und auf vier Kontinenten arbeitende Regisseurin selbst eine Wanderin zwischen den Welten, beschäftigt sich auch in ihren Filmen immer wieder mit Identität und Integration. Zu ihrem neuesten Werk hat der Debütroman der Pulitzerpreisträgerin Jhumpa Lahiri die Vorlage abgegeben, ein Epos über eine indische Emigrantenfamilie in den USA.

Als Ashima 1977 Ashoke Ganguli heiratet, sind sie Fremde. Kurz darauf nimmt er sie von Kalkutta ins winterliche New York mit, wo die junge Frau sich schwer zurechtfindet. Ihr Sohn Gogol wächst zwar zum voll assimilierten Teenager heran, der laute Musik hört und eine blonde Freundin hat, dennoch findet er sich hin- und hergerissen zwischen der Kultur der Eltern und westlichen Freiheitsansprüchen. Sein wechselndes Verhältnis zu seinem ungewöhnlichen Vornamen symbolisiert das Dilemma.

Die Jahrzehnte umfassende Geschichte wird zwar sehr sprunghaft erzählt, doch tut dies der Anteilnahme und dem Verständnis für ihre Figuren keinen Abbruch. Anders als in vielen anderen Culture Clash-Dramen wird der Konflikt um die Selbstfindung nicht zu einem Kampf zwischen rebellischen Secondos und ihren konservativ-intoleranten Eltern, sondern die Familie ist als Ort der Zugehörigkeit und Geborgenheit auch eine Stütze. Wie Mira Nair von sich sagt: „Ich kann fliegen, weil meine Wurzeln so stark sind.“

Julia Marx, Filmkritikerin und Filmwissenschaftlerin

„The Namesake“, USA, Indien, Japan 2006, Regie: Mira Nair, Darsteller: Kal Penn, Tabu, Irrfan Khan; Verleih: Fox-Warner, http://www.fox-warner.ch, Filmwebsite: http://www.foxsearchlight.com/thenamesake

Kinostart: 7. Juni 2007